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-   -   Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative (http://www.journalismus.com/_talk/showthread.php?t=27573)

christine 16.03.2009 14:09

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Wie viele Monate hättest Du denn noch? Überlege Dir das bitte nochmals, ob Du das Volo wirklich abbrichst. Vielleicht wird es in der nächsten Volo-Station auch besser.

Wenn Du von Dir aus ohne Not kündigst, bekommst Du Stress mit der Arbeitsagentur. Und da Du wahrscheinlich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hast, aber wohl noch relativ jung, wird Dich die ARGE wahrscheinlich sofort in eine Maßnahme stecken oder Dir irgendwelche Jobs anbieten, die Du bestimmt nicht willst.

some79 17.03.2009 23:22

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Oh nein, es wird bestimmt nicht besser in der nächsten Station. Das Problem ist ein strukturelles und besteht in allererster Linie darin, dass ich meine 14 Monate alte Tochter bis zu 13 Stunden am Tag nicht sehe und die Betreuungskosten den Rahmen sprengen. Wenn ich so weitermache wie die letzten zweieinhalb Monate, dann brauche ich bald eine Therapie...es belastet mich einfach zu sehr. So gesehen würde ich dann ja eigentlich auch nicht "ohne Not" kündigen...

Ich verstehe nicht ganz...warum sollte mich die Arge denn in eine Maßnahme stecken, wenn ich ein Volo innerhalb der Probezeit abbreche? Ich hab vorher auch frei gearbeitet und da hat mich auch niemand in irgendeinen anderen Job drängen wollen. Ich würde ja nicht zwingend ALG beantragen wollen, wenn ich jetzt abbreche - ich hätte sogar immer noch Auftraggeber aus meiner Zeit als Freie und könnte mich damit nach kurzer Anlaufzeit wahrscheinlich wieder genauso finanzieren wie ich es vorher jahrelang getan habe. Und ich habe auch noch einen Mann, der das für ein paar Monate überbrücken könnte mit seinem Verdienst. So ganz ins Bodenlose würde ich also nicht fallen.

Bin übrigens 29...

christine 18.03.2009 00:15

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Weil Du andernorts nach dem Existenzgründungszuschuss der Arbeitsagentur gefragt hast, ich aber davon ausgegangen bin, dass Du noch kein Anrecht auf Arbeitslosengeld I erworben hast - in dem Fall würdest Du ins ALG II rutschen (und die Fallmanager machen mitunter ziemlichen Stress, hört man). Da Du aber einen verdienenden Ehemann hast, bekämst Du ohnehin kein ALG II.

mathias_bln 05.04.2009 22:33

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo some79,

ggf. könnte für Dich auch ein Bildungsgutschein durch die Agentur für Arbeit in Frage kommen. Aber nur wenn das für Dich in Frage kommen würde. Zu diesem Thema gibt es auch zwei Info-Seiten:

http://www.freie-journalistenschule....beitslose.html
http://www.arbeitsagentur.de/berufenet-mb6

Muser 06.04.2009 19:44

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo,

ich bin vor wenigen Tagen auf die FJS gestossen und mache mir folgende Gedanken:

Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe bis heute inkl. Ausbildung 10 Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Da ich meinen Beruf aber zutiefst hasse und endlich mein Leben trotz Kind (4 J.) umkrempeln will, mache ich mir natürlich Gedanken WIE...:|
Ich bin fast 29 und mein Traum war es schon seit früher Teenagerzeit, zu schreiben. Nun möchte ich diesen Traum umsetzen.
Ein Journalismus-Studium an einer Hochschule ist für mich mit Kind kaum umsetzbar, zumal der plötzliche Verdienstausfall zu einschneidend wäre.
Nun bin ich - wie oben bereits erwähnt - auf die FJS gestossen und frage mich, ob mich dieses Fernstudium in die richtige Richtung bringen könnte oder ob es eher für jene relevant ist, die bereits Erfahrung in diesem Berufsfeld mitbringen.

Ich bin gespannt auf Eure Ausführungen ;)

Journalist4 08.04.2009 11:56

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hi Muser,

Zunächstmal solltest Du Dir Gedanken machen, wie lange Du noch in Deinem Beruf arbeiten möchtest. Ich höre da jetzt raus, dass Du darauf angewiesen bist, noch so lange als Bankkauffrau zu arbeiten, bis Du einen neuen Job gefunden hast.

Die FJS bietet Dir eine gute Basis, um in den Journalismus einzusteigen.
Natürlich wäre es vorteilhaft, wenn Du vorher schon praktische Erfahrungen hättest.

Aber Du willst ja jetzt erst anfangen. Und wenn man im Leben etwas wirklich will, ist es nie zu spät.

Also die Module sind so gestaltet, dass sie ein "Laie" sehr gut bearbeiten kann und da wohl noch umsomehr lernt.

Ganz wichtig ist, dass Du dir während des Studiums Gedanken darüber machst, wie und wo Du später journalistisch tätig sein willst. Die Module und die Dozenten zeigen Dir da einige Möglichkeiten auf. Du solltest unbedingt versuchen, Dir ein paar Auftraggeber an Land zu ziehen, für die Du während deiner Ausbildung an der FJS publizieren kannst. Das ist am Anfang nicht leicht, dennoch machbar. Und Du bekomst die nötige Unterstützung von den Dozenten und deinen Mitstudenten.

Je nachdem wie es läuft, könntest Du Deinen Ausstieg aus dem schnöden Bankgeschäft planen. Es können sich also auch während des Studiums schon einige neue berufliche Persektiven ergeben.

Fazit: Machen, Chance ergreifen !! DU bist zudem erst 29 und nicht 49, steht Dir alles noch offen!!

Muser 08.04.2009 12:43

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Vielen Dank für die wirklich Mut machenden Worte und die Auskünfte. das klingt wirklich ganz gut.
Nun frage ich mich als "Laie" natürlich, ob für einen Neueinsteiger ein solches Fernstudium nicht einen zu großen Unterschied darstellt gegenüber einem Hochschulstudium, dass bekanntlich wesentlich länger dauert.
Ich habe einfach etwas Angst, viel Geld zu investieren und hinterher null Chancen zu haben, weil ich das Fach nicht von der "Pike" an gelernt zu haben.

Nichts desto trotz werde ich noch einmal in mich gehen und mir sicherheitshalber schon einmal Gedanken über die Journalistische Schreibprobe machen ;)

christine 08.04.2009 14:15

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Du schreibst, dass Du Deinen Beruf zutiefst hasst. Ja, kann passieren, dass man sich als junger Mensch bei der Berufswahl vertut. Doch woher weißt Du eigentlich, dass nun Journalismus das Richtige für Dich ist? Es hört sich nicht danach an, als hättest Du schon Erfahrungen in dem Metier. Wer weiß, ob Dein Teenagertraum einer Realitätsüberprüfung standhalten kann? Vielleicht machst Du Dir (wieder?) falsche Vorstellungen von dem Beruf und dem Arbeitsalltag. Woran machst Du fest, dass Du Dich dafür überhaupt eignest? Die Schule kostet Geld, darum solltest Du Deine Eignung wirklich genau prüfen.

Und schließlich stellt sich die Frage, ob Du auch bereit und in der Lage wärst, freiberuflich zu arbeiten. Denn machen wir uns nichts vor: Angesichts der derzeitigen Arbeitsmarktsituation für Journalisten solltest Du nicht unbedingt auf eine Festanstellung hoffen, zumal in Deinem Alter und mit der bislang fehlenden journalistischen Berufserfahrung. Ich weiß auch nicht, ob die Ausbildung an der Schule überhaupt als einem Volontariat gleichwertig anerkannt wird. Bei Bewerbungen ist das heutzutage in der Regel ein K.O.-Kriterium.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will Dir nicht Deinen Traum kaputt machen, aber ich finde, die genannten Aspekte solltest Du wirklich genau prüfen, bevor Du Geld in diese Schule investierst.

Journalist4 13.04.2009 14:52

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Nicht nur im Journalismus, überall ist es heute schwer, eine Festanstellung zu bekommen. Ob ein Volontariat allerdings ein K.O. Kriterium ist, wage ich zu bezweifeln. Seit es den Beruf des Journalisten gibt, wird versucht, einen allgemeingültigen Ausbildungsweg zu finden. Vergeblich!

Auch die Behauptung einiger Alt-Volontäre, nur ein Volontariat erlaube die Bezeichnung Redakteur, ist hinfällig. Redakteur ist, wer als Journalist in einer Redaktion einen festen Job hat. In den Redaktionen sitzen eine Menge Leute, die nie ein Volontariat hatten. Ich stimme zu, die Zukunft der Journalisten wird die freie Mitarbeit sein. Was aber weder bedeutet, weniger Geld zu verdienen, noch, dass man nicht in einer Redaktion arbeitet.

Die Journalistenschulen sind in sofern eine gute Alternative, da man in einem Volontariat oft zielgerichtet auf das entsprechende Medium geschult wird. Wenn man nicht übernommen wird, sind die Aussichten wieder genauso schlecht. Den Tatsachen entspricht auch, dass viele Volontäre sich beschweren, kaum Theorie vermittelt zu bekommen oder aber auch, ja man glaubt es kaum, zu wenig zu schreiben.
Denn nach dem Vorbild Amerika, leisten die freien Journalisten auch hier immer mehr die Beiträge und die Redakteure korrigieren, redigieren, organisieren. Oft kann man mal zukunftsweisend über den Teich schauen, Nicht nur, dass die Amerikaner in punkto Raucherschutz und Kriminalitätsbekämpfung uns um einiges voraus waren. Die Einteilung in Reporter und Editor im Journalistischen zeigt auch, wie es hierzulande in 10 Jahren aussehen könnte.

Leider hat durch das mangelnde, qualitativ gute Angebot an Fernstudien, die Fernschule auch oft noch einen schlechten Ruf. Auch das ist anders in den Staaten, weil dort Gang und Gäbe. Und auch das wird sich hier ändern. Denn gerade im schulischen und universitären Bereich ist mit Personalknappheit (vor Ort) zu rechnen.

some79 28.04.2009 11:06

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Muser,

hättest du denn vielleicht (z.B. mit Hilfe von Urlaubstagen) die Möglichkeit, einmal ein Praktikum in einer Zeitungsredaktion zu machen? Das wären dann zwar wohl nur wenige Wochen, aber vielleicht reicht das ja, um herauszufinden, wie dir der Beruf liegt. Wenn sich herausstellt, dass du auf dem Gebiet talentiert bist, bekommst du vielleicht auch die Möglichkeit, für eine Redaktion gelegentlich frei etwas zu schreiben. Darüber bekämst du zumindest etwas Praxiserfahrung. Über ein Fernstudium allein wird es sicher schwierig, in den Beruf einzusteigen. Du brauchst halt vor allem Schreibpraxis und Kontakte.

Eine andere Möglichkeit fällt mir auch noch ein: Warum bewirbst du dich nicht einfach bei einem Verlag bzw. einer Journalistenschule um ein Volontariat? Ich weiß, es wird häufig erzählt, dass man da nur mit langjähriger Vorerfahrung reinkommt. Aber das ist nicht immer so. Bei der Journalistenschule Ruhr z.B. sind zum Teil ganz junge Menschen Volontäre geworden, die ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung hatten und ansonsten noch nie eine Zeile für eine Zeitung geschrieben haben. Die haben es einfach geschafft, den Einstellungstest (mit Redigier- und Schreibübungen und Wissensfragen) trotzdem gut zu meistern und dann im persönlichen Gespräch zu überzeugen. Probier es doch einfach - zu verlieren hättest du dabei ja nichts!

some79 28.04.2009 11:14

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Journalist4, ich hätte auch nochmal ein paar Fragen zum Studium an der Freien Journalistenschule.

Also...ich habe inzwischen mein Volo tatsächlich abgebrochen, habe jetzt noch etwas Urlaub und bin dann wieder Freie (und sehr glücklich darüber!). Habe auch schon Kontakte zu meiner langjährigen Auftraggeber-Redaktion geknüpft und dort schon wieder die ersten Theaterkritiken schreiben können - es scheint also schon mal gut anzulaufen wieder. Nun möchte ich erst mal ein bisschen Geld verdienen und das Ganze ans Laufen bekommen, und dann die Sache mit dem Fernstudium mal Angriff nehmen.

Meine Frage wäre: Dieser Artikel, den man dort für die Bewerbung einreichen muss - wie gehe ich da ran? Ich bin mir nicht ganz sicher, über welches Thema ich etwas schreiben soll, bzw. in welche Richtung das gehen könnte. "Wissenschaftlich" ist so ein weites Feld. Und das Themsa müsste ja auch einen aktuellen (journalistischen) Anlass haben...oder nicht?

Journalist4 12.05.2009 15:26

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo some, Glückwunsch zu deiner Entscheidung. Du sagst selbst Du bist glücklich darüber. Hast also alles richtig gemacht!!


Wie bei anderen Journalistenschulen will man durch deinen Bewerbungstext sehen, was du für sprachliche und journalistische Qualitäten mitbringst. Du brauchst da sicher nicht perfekt sein.

Was das Wissenschaftliche angeht: Wie Du selbst schreibst, die Wissenschaft ist ein unglaublich weites Feld. Ich zum Beispiel habe über eine Hörspielserie geschrieben, die für sich beansprucht, wissenschaftlich zu sein.

Such Dir ein Thema aus und versuch etwas "Fundiertes" mit einzubringen. Im Zweifelsfall wende Dich doch direkt an die Schule, man wird Dir dort weiterhelfen. Eventuell könntest Du ja auch etwas, aus einer deiner Theaterkritiken machen?

Grüße,

j4

CarolaS. 13.05.2009 11:17

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Das ist ja lustig. Ich bin auch in Berlin angemeldet. (Seit Dezember)

@sondoku: wenn ich nicht völlig falsch informiert bin, ist der Begriff "Diplom" nicht geschützt.

Was wollte ich sagen? Ach ja, ich habe einige Jahre neben meinem Job immer mal für eine Pferde-Zeitschrift geschrieben. Die Firmenzeitung des Unternehmens, für das ich gearbeitet habe, fiel auch in mein Ressort.

Die Pferde-Zeitschrift gabs dann plötzlich nicht mehr und der Job wurde (Arbeitsklima) unerträglich. Ich wurde fies krank und hab in der Krankheit den Job gekündigt (Ich erzähl das aus gutem Grund so detailliert)

Da ich bereits einiges veröffentlicht hatte und mir (danke danke danke) eine grosse Zeitschrift die Bestätigung ausgestellt hat, dass ich ohne journalistische Ausbildung (trotz Erfahrung) keine Anstellung bei einer Zeitschrift bekomme, hat das arbeitsamt die Kosten für die Freie Journalistenschule Berlin übernommen.

Weil ich mit Kind überhaupt keine Chance habe, neben der Ausbildung auch noch ein Volontariat zu absolvieren, hab ich bei suite101 angefangen. Das ist ein Autorennetzwerk. Dort kann ich mich schreibenderweise austoben. Es gibt kaum Geld, aber viel Unterstützung durch die Redakteure. Und was noch besser ist: Seit April bin ich mit Gründungszuschuss selbständig, weil ich aufgrund der Ausbildung an der FJS einen kleinen Lektorenjob bekommen habe UND da ich mich ja als Journalistin behaupten möchte, stand suite101 mit einer Akkreditierunge hinter mir. Ohne Akkreditierung geht nämlich gar nichts hab ich festgestellt.

Da genügt auch mein Presseausweis nicht. So konnte ich also zu einer Messe, kam umsonst rein, bekam einen Presseclip und konnte ungestört Interviews führen.

Ich lerne natürlich nichts über einen redaktionellen Ablauf, aber dafür viel über online-Journalismus in der Praxis.

Ich freu mich auf weiteren Gedankenaustausch

CarolaS. 13.05.2009 11:20

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
@some: ich habe bei der Bewerbung lediglich eine Kopie einer Veröffentlichung von mir beigelegt. Ich glaube nicht, dass der Inhalt entscheidend ist.

SteanM 24.05.2009 13:58

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo,

nachdem dieser Thread schon viele meiner Fragen beantwortet hat (Dank an Journalist24) ist nur noch eine offen geblieben: Die Freie Journalistenschule gibt den Zeitaufwand für ein Fernstudium auf Basis einer Umfrage mit rund 40 Stunden je Modul bzw. 7,5 Wochenstunden an. Ist das aus der praktischen Erfahrung der hier vertretenen Studierenden realistisch?

Danke für alle Infos, die mir die Entscheidung pro/contra Studium leichter machen!


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