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Journalist4 26.02.2009 12:31

Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Kollegen und angehende Kollegen,

ich will mal eine Lanze brechen für die FJS Berlin (http://www.freie-journalistenschule.de). Da ich hier immer wieder auf Anfragen stoße, wie man am besten Journalist wird und ob es eine Alternative zum Volontariat gibt, hier meine Erfahrungen und Meinungen:

Einstieg in den Journalismus? Nun ja, jeder schafft es anders. Jeder, der es wirklich will, schafft es irgendwie. Deshalb gilt es vorher, alle Möglichkeiten abzuwägen.
Im Volontariat gibt es gegenüber Schule einen ganz entscheidenden Vorteil: Man darf gleich schreiben und lernt den Alltag einer Redaktion kennen.

Nun ist ein Volontariat nicht gleich ein Volontariat. Viele auf dem Arbeitsmarkt angebotene, sind letztendlich keine journalistischen und man setzt sich der Gefahr aus, für einen "Hungerlohn" Tätigkeiten nachzugehen, die so gar nicht dem entsprechen, was man eigentlich lernen wollte. Hinterher steht man dann mit leeren Händen da.

Wird man nach einem Volontariat nicht als Redakteur übernommen, steht man oft genauso dumm da. Nicht jeder bekommt ein Volo bei der FAZ und nicht jeder will sein Leben lang beim Kattenvenner Marktanzeiger schreiben. Bei der Entscheidung für ein Volontariat, sollte man sich dessen vorher bewusst sein und möglichst auch wissen, wohin die große Reise Journalismus führen soll.
Mache ich ein Volontariat bei einem Lifestylemagazin, wird mir das wenig bringen, wenn ich später in den Lokaljournalismus einsteigen möchte. Ebenso wenig natürlich umgekehrt. Der Arbeitgeber guckt immer darauf, wo und was man vorher gemacht hat.
Außerdem beklagen viele, beim Volontariat zu wenig "Theorie" zu lernen. Oft haben Redakteure einfach nicht die Zeit, sich allen aufkommenden Fragen zu widmen.

Alternative: Journalistenschulen.

Vorweg: bei den großen Schulen ist die Chance genommen zu werden, sehr gering. Man stellt nur 20-40 Schüler im Jahr ein. Mehrere tausend Bewerbungen kommen hingegen. Vorteile einer guten Journalistenschule: Ganz klar man lernt alle notwendigen Basics hat Kontakte und Ansprechpartner in Hülle und Fülle. Man kann Reportagen wie Berichte aus dem ff schreiben und ist gewappnet für den Alltag als Redakteur. Sehr gut ist es, wenn Journalistenschulen eine Kombination aus Theorie und praktischer Tätigkeit im Verlag anbieten. ASA und HNS sind da wohl Vorreiter und bieten ohne Frage eine solide und gute Ausbildung.

Nachteile: Nicht an jeder Journalistenschule kann man auch gleich publizieren, einige Journalistenschulen sind sehr teuer.

Alternative Fernstudium:

Vorweg: ich rate nicht dazu, sich auf ein Journalismusstudium bei einem Fernstudienanbieter einzulassen, der auch Häkel- oder Töpferkurse anbietet. Das könnte Geld und Zeitverschwendung sein.

Alternative: seriöse Journalistenschule: Die Freie Journalistenschule ist IMHO die einzige Journalistenschule, die ausschließlich und professionell Journalismus per Fernstudium schult.
Die Tutoren sind allesamt erfahrene Journalisten, die Betreuung ist ausgezeichnet.
Fernstudium heißt hier nicht, dass man alleine studiert. Regelmäßig werden Seminare auf dem Online Campus angeboten. Wer will kann auch zu Präsenzwokshops nach Berlin reisen, die inhaltlich vom kreativen Schreiben bis Redigieren reichen. Studenten verabreden sich zu Stammtischen in ganz Deutschland.

Ich bin seit drei Monaten dabei und muss sagen, wirklich viel gelernt zu haben.

Dazu sei noch gesagt, dass ich seit mehreren Jahren freier Journalist bin und das Studium an der FJS als perfekte Ergänzung dazu sehe. Ich kann so Theoretisches direkt in die Praxis umsetzen und bekomme durch meine Hausarbeiten feedback für meine Texte.

Die 19 Module, die an der FJS angeboten werden, decken alle Bereiche des Journalismus ab. Darstellungsformen, journalistisches Schreiben, Fotojournalismus, Presserecht usw. Zudem kann man Module in PR Arbeit oder Medien belegen. 3 Module sind Pflicht, 9 frei wählbar. Ebenso IMHO ist der Stoff in 12 Monaten mehr als machbar. Die Zeit kann man sich frei einteilen.

Das ist für mich die eine Definition von dem "frei" der Freien Journalistenschule. (frei wählbar, frei einteilbar). Ein weiteres "frei" ergibt sich dadurch, dass die FJS verlagsungebunden ist. Das heißt, die Gefahr, dass auf eine Verlagsphilosophie hingearbeitet wird, ist nicht gegeben.
Ein drittes "frei" geht an die optimale Schulung für Journalisten, die frei arbeiten wollen. (Dem Trend des Journalismus entsprechend).

Hier gibt es Angebote über Selbstmarketing, Kundenakquisition, Job- und Auftraggeberbörsen bishin zu fachjournalistischen Sparten.

Die FJS geht aus der Deutschen Fachjournalistenschule hervor. Entsprechend wird auch der Fachjournalismus immer noch eigenständig behandelt. Jedoch erlernt man ebenso alle Skills eines Allround Journalisten.

Viele Teilnehmer sehen den Vorteil, während ihrer alltäglichen Arbeit als Jurist, Arzt oder Biologe eine journalistische Zusatzausbildung zu bekommen, um beides einmal zu verbinden.

Wer gleich als Journalist anfangen will, dem sei dringend empfohlen, nebenbei frei zu arbeiten und die Inhalte der FJS als Ergänzung zu sehen.

Die Ausbildung an der FJS in Kombination mit einer freien Tätigkeit, sehe ich als sehr gute Alternative zu einem Volontariat. Die Meinung teile ich mit vielen mir bekannten Redakteuren. Wer also nicht frei arbeiten will, sondern redaktionell arbeiten möchte, der ist mit eigener Praxis und FJS Ausbildung auch gut vorbereitet. Zudem ist man an der FJS durch die Möglichkeit in Exkursionen Redaktionen zu besuchen, sehr bemüht.

Fazit: Ich mache gerade sehr gute Erfahrungen und empfehle diese Form der Ausbildung. Die Kosten sind für mein Empfinden, was die Leistungen betrifft, mehr als angemessen. Auch die Korrekturzeiten der 12 zu leistenden Hausarbeiten und vier Praxisarbeiten sind optimal.

Am Ende der Ausbildung gibt es eine Abschlussarbeit, ein benotetes Zeugnis und ein Diplom.

PS.: Ich bin übrigens kein Werbebeauftragter der Schule, sondern habe einfach nur gute Erfahrungen, verbreite diese nach Artikel 5 GG und hoffe, dass es allen etwas bringt, die noch nach einem Weg suchen.

Keep on writing!!

Sssomethingmore 26.02.2009 14:20

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Das kann ich alles nur bestätigen. Wer praktische Erfahrungen durch Praktika/freie Mitarbeit/Festanstellungen hat, kann an der FJS super noch die Theorie pauken.
Mir jedenfalls hat die Zusatzausbildung dort sehr viel gebracht.

Die Dozenten und Tutoren sind allesamt flott, hilfsbereit und jederzeit ansprechbar. Ich wünschte, an der Uni wäre das früher genauso gewesen. :roll:

Fine H. 27.02.2009 18:05

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Ich habe ebenfalls ein Diplom der FJS in der Tasche und kann mich beiden Vorrednern nur anschließen. Die freie Journalistenschule hat seit Ihrer Umbenennung einen großen Schritt nach vorn gemacht und steht anderen Journalistenschulen in Bezug auf die theoretische Vermittlung in nichts nach. Dieser neue Anspruch ist Herrn Teichmann zu verdanken, der seit Anfang letzten Jahres die Schule leitet. Die Skripte zu den Modulen wurden überarbeitet und die Hausarbeiten neu konzipiert. Die in jeder Hausarbeit zu erfüllenden Arbeitsaufträge sind ebenfalls anspruchsvoller geworden.
Ebenso sind 4 Praxisarbeiten abzuliefern, die jeweils doppelt in die Endnote eingehen. Die Abschlussarbeit, die vierfach eingeht, ist in einer Zeit von 8 Wochen zu verfassen, nachdem mindestens zwei Themenvorschläge im Prüfungsbrüro eingereicht wurden. Welches der gestellten Themen man letztendlich bearbeiten muss, entscheidet die Schulleitung. So kann nichts vorbereitet werden und man arbeitet unter "Echtdruck".
Ich habe das Studium nicht bereut - es hat mir alle nötigen Kenntnisse vermittelt, die für meine Arbeit nötig sind. Der Kontakt unter den Teilnehmern wird während und auch nach der Beendigung des Studiums gepflegt. Eine wesentliche Voraussetzung für ein funktionierendes Netzwerk.
Am besten, ihr schaut Euch die Schule einfach mal selbst an:
http://www.freie-journalistenschule.de

Sondoku 27.02.2009 19:46

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Zitat:

Zitat von Journalist4 (Beitrag 72855)
Am Ende der Ausbildung gibt es eine Abschlussarbeit, ein benotetes Zeugnis und ein Diplom.

Zitat:

Zitat von Fine H. (Beitrag 72888)
Ich habe ebenfalls ein Diplom der FJS in der Tasche und kann mich beiden Vorrednern nur anschließen.

Wobei ich mich hier frage: Darf das überhaupt "Diplom" genannt werden? Ich meine das Diplom ist doch ein akademischer Grad, die FJS aber kein echtes Studium. Wie funktioniert das rechtlich?

mathias_bln 27.02.2009 22:58

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Zitat:

Wobei ich mich hier frage: Darf das überhaupt "Diplom" genannt werden? Ich meine das Diplom ist doch ein akademischer Grad, die FJS aber kein echtes Studium. Wie funktioniert das rechtlich?
Im Online-Campus der Freien Journalistenschule gibt es ein Musterzeugnis zur Ansicht. Das Diplom wird dort im historischen Sinne einer Urkunde gebraucht - nicht im Sinne eines akademischen Grades. Als TN erhält man somit am Ende ein Zeugnis mit allen erzielten Noten und ein Diplom oder eine Urkunde, die als Titel entweder Journalist (FJS) oder Fachjournalist (FJS) führen.

Journalist4 27.02.2009 23:35

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Der Brockhaus gibt Auskunft:

Diplom das,
1) urspr.: gefaltetes Schreiben; jetzt: Urkunde, Zeugnis.
2) Erlass der röm. Kaiser oder Staatsbeamten.

3)
akadem. Grad, wird verliehen nach Abschlussprüfung an

An der FJS arbeitet kein römischer Kaiser und ein akademischer Grad wird dort auch nicht verliehen.

ich denke, daher passt das 1). Meine Urkunde sollte übrigens auch nicht gefaltet sein :lol:

3) wird ab 2010 aussterben, da dann nur noch die Bachelors und Masters verliehen werden.

some79 03.03.2009 14:38

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo, ich bin bei diesem Beitrag hängen geblieben, weil ich gerade ein bisschen auf der Suche nach Alternativen bin...

Habe ein abgeschlossenes Hochschulstudium und acht Jahre als Freie im Printbereich. Habe jetzt im Januar ein Volontariat angefangen, das ich aber eigentlich nicht wirklich mit meiner Familie (14 Monate alte Tochter) unter einen Hut bringen kann. Außerdem entspricht mir freies Arbeiten irgendwie mehr - hatte mich damals auch nur auf Drängen einiger Kollegen um das Volo beworben. Ich überlege daher, ob ich nicht etwas anders machen kann. Meint ihr, so ein Fernstudiumkönnte eine Alternative sein? Bis jetzt sagt mir jeder, den ich frage: Du bist verrückt, wenn du das Volontariat nicht zu Ende machst - kriegt man ja schließlich nicht so einfach, gerade im angeschlagenen WAZ-Konzern...

Wie gut sind denn die Chancen, mit so einem Fernstudium später auch wirklich was anfangen zu können? Wenn so ein Diplom im Lebenslauf steht - wird man da nicht von "praxiserprobten, gestandenen Journalisten" eher belächelt? Und wie arbeitsintensiv ist dieses Studium - kann man nebenbei frei arbeiten UND noch die Familie zusammenhalten? :-)

Viele Grüße aus Essen

Journalist4 03.03.2009 15:44

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Some79,

Du beantwortest Dir ja die Frage selbst. Grundsätzlich sollte man die intrinsische Motivation vor die extrinsische stellen. Nur auf Drängen von Kollegen, ein Volontariat zu machen, aber eigentlich lieber frei arbeiten zu wollen, sagt doch eigentlich alles.
Wenn du also jetzt schon weißt, dass Du lieber frei arbeitest, als in einer Redaktion der WAZ, dann tu es doch einfach.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Geld ein Kriterium sein kann. Wenn du es geschickt anstellst, wirst du als Freie um einiges mehr verdienen, als bei einem Volontariat. Ob man Dich nach dem Volo als Redakteurin übernimmt, ist wohl auch nicht sicher. Heutzutage sogar eher unwahrscheinlich. Aber das kannst Du bei deinem Arbeitsverhältnis besser einschätzen.

Wenn Du deine Zukunft im freien Bereich siehst, ist die FJS, wie ich schon geschrieben habe, eine optimale Ergänzung. Du bekommst viele hilfreiche Tipps, um deine Texte zu verkaufen und um neue Auftraggeber zu akquirieren, dich selber professionell zu vermarkten. Ich bin auch jahrelang als Freier tätig und habe durch die Schulung an der FJS meine Textqualität noch um einiges verbessern können. Außerdem helfen Dir Presserecht und der Einblick in die Methoden der Öffentlichkeitsarbeit auch im Journalistischen weiter.

Wenn Du acht Jahre frei als Journalistin gearbeitet hast, was willst Du dann eigentlich noch mit einem Volontariat? Das allein ist schon Qualifizierung genug. Dazu noch ein Diplom einer Journalistenschule in der Tasche, sollte wohl auch einen möglichen redaktionellen Arbeitgeber überzeugen. Nicht umsonst heißt es in Stellenausschreibung: Volontariat oder ähnlich qualifizierende journalistische Ausbildung!

Wie ich auch schon erwähnt habe, ist es gerade von Vorteil, sich die Zeit frei einteilen zu können. Klar, musst Du was tun und auch viel Lesen, aber in 12 Monaten kannst du das locker packen und kannst nebenbei viel Zeit für Töchterchen und Freies Texten haben. Und vielleicht kannst Du dann ja irgendwann mit deinem zusätzlichen theoretischen Wissen mal Deine "nur praxiserprobten" Kollegen belächeln.

journa1 03.03.2009 22:17

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Zusammen,

interessiere mich auch für eine journalistische Ausbildung und für ebendiese Schule. Welche Module habt Ihr denn belegt, bzw. welche sind besonders empfehlenswert?
Bisher fehlen mir journalistische Erfahrungen. Ich arbeite zur Zeit erfolgreich im kaufmännischen Bereich und habe vor mich nebenher als freier Journalist ans Geschehen heranzutasten. Ist diese Ausbildung da eine sinnvolle Grundlage?

Würde mich über Antworten sehr freuen!
Vielen Dank!

some79 04.03.2009 11:32

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Vielen Dank, Journalist4, für die ausführliche Antwort. Manchmal muss man einfach auch mal Meinungen von außerhalb einholen, um sich bestätigen zu lassen, was man eigentlich immer schon geahnt hat. Man wird ja leider im Laufe der Zeit betriebsblind und lässt sich gerade in "Krisenzeiten" gerne auch mal von erfahrenen Kollegen beraten, die ihr Volontariat in den 70ern gemacht haben und einem mehr Angst vor der Zukunft ohne Volo einpflanzen, als einem wirklich zu helfen.

Ich denke mittlerweile auch, es war ein Fehler, sich überhaupt zu bewerben (hatte damals gehofft, durchs Raster zu fallen - hat dann aber "dummerweise" geklappt, und ich wäre mir dreist gegenüber anderen, motivierten Freienkollegen vorgekommen, mein Volo nicht anzutreten, während andere gerne eins gehabt hätten...). Vielleicht muss man viel mutiger sein und so selbstbewusst, auch ohne Volontariat Karriere zu machen. Ich denke auch, dass ich in meinem Volo, das 18 Monate Lokalredaktion und nur ein paar Monate Mantelredaktion beinhaltet (und nur wenige Seminare leider), nicht unbedingt noch viel lerne, was ich nicht in acht Jahren Berufserfahrung schon gelernt habe... Eine Festanstellung kann mir derzeit auch niemand garantieren. Mir sagen halt nur viele, ich könne mich mit einem WAZ-Volo "überall bewerben"...naja.

Ich denke, die Freie Journalistenschule könnte wirklich eine Möglichkeit für mich sein, denn wenn mir was fehlt, dann sind es noch theoretische Grundlagen und Tipps für die Praxis (gerade als Freie). Vielen Dank also für den Tipp hier! - Die Studiengebühren könnte ich ja als Weiterbildungskosten absetzen, oder?

Fine H. 04.03.2009 12:14

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo some79,

ja, Du kannst die Kosten als Weiterbildungskosten absetzen.
Im übrigen gibt es an der Schule sehr viele Väter und Mütter im Erziehungsjahr bzw. mit Kindern im Haushalt. Und ich habe von niemandem gehört, dass dieser Spagat nicht möglich ist. Die Idealzeit sind 12 Monate für die 12 Module plus 4 Praxisarbeiten plus Abschlussarbeit. Sollte Dir aber zeitlich etwas dazwischenkommen, dann kannst Du per einfachen Antrag auf 24 Monate verlängern.
Vertrau Dir selbst!

Liebe Grüße,
Fine H.

Journalist4 04.03.2009 15:52

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Na dann will ich hier mal die weitere Moderation übernehmen. Habe das Thema ja auch aufgegriffen.

@ journa1, eine gute Übersicht mit Leseproben zu den Modulen findet du hier: http://www.freie-journalistenschule....ebersicht.html

Journalistisches Texten, Recherche und Presserecht sind Pflicht.
Auch wenn ich dachte, dass ich bei ersteren beiden schon sehr viel wusste, habe ich einiges hinzulernen können.
Gleich mal vorweg gesagt, Presserecht ist die schwerste und arbeitsintensivste Hausarbeit. Da knabbern so einige Studenten dran.

Aber letztendlich gehört es dazu und ist auch wichtig. Wenn du Dich erstmal mit den ganzen §§ auseinandergesetzt hast, weißt du hinterher genau, was du darfst, was nicht. Wer Dir was kann und wer nicht.

9 Module kannst du frei nach deinen Interessen wählen, wobei ich außer Hörfunk- und TV- Journalismus alle im Bereich Journalismus angebotenen gewählt habe.
Ich war mit allen sehr zufrieden, da sie sehr aktuell sind und zumindest das absolute Gros der Texte wirklich verständlich und informativ geschrieben ist.

Die Hausarbeiten bestehen jeweils aus drei Teilen. Multiple Choice zum Skript, offene, übergreifende Wissensfragen und Arbeitsaufträge. Wobei letztere natürlich am zeitintensivsten sind, aber auch am meisten Spaß machen.

Da ich Medienwissenschaften studiert habe, habe ich keine aus dem Bereich Medien gewählt und kann dazu nichts sagen. Zwei Module habe ich aus dem Bereich Public Relations gewählt und kann das wieder absolut empfehlen. Es ist schon interessant, wie PR und Journalismus zusammen arbeiten und zusammenarbeiten müssen. Und man lernt mal die andere Seite kennen und verstehen.

Mein Lieblingsmodul war Selbstmarketing für freie Journalisten von Svenja Hofert. Sehr hilfreich. Natürlich gerade für angehende Freie!!

@some79 Natürlich kannst du dich mit einem WAZ Volo überall bewerben, die Frage ist, ob Du damit auch überall genommen wirst. Ein Volo arbeitet natürlich immer auf die jeweilige Redaktion zu. Ob du daher mit einer "WAZ- Ausbildung" bessere Möglichkeiten hast beim Spiegel eine Stelle zu kriegen, sei mal dahingestellt. Die greifen auch in erster Linie auf ihren eigenen Nachwuchs zurück. Ich sehe im Volo den Vorteil, dass man in der jeweiligen Redaktion übernommen werden kann. Wenn man Dir schon sagt, du könntest Dich damit über all bewerben, klingt das erstmal nicht danach, als wolle man dich da unbedingt halten. Kann man ja nun leider auch nicht. Keine Gelder für feste Stellen!!

journa1 04.03.2009 17:49

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Journalist4,

danke für die Infos zu den Modulen.
Wie siehst Du die Chancen von außen als freier "Anfänger-Journalist" akzeptiert zu werden?

Journalist4 04.03.2009 18:00

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Wenn du ein Studium abgeschlossen hast, eine gute Motivation angibst und dir Mühe bei deinem Probetext gibst, sind deine Chancen sehr gut, würde ich sagen. Wobei, wenn du noch keine Erfahrungen hast, der Text nicht professionell sein muss. Du willst oder kannst das professionelle Texten ja erst noch erlernen. Ich denke, man guckt, ob du sprachliches Gesprür besitzt. Sollte ein Versuch wert sein, oder ?

Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, das einschlägige Berufserfahrungen von Nöten sind. Es gibt auch einige Anfänger unter den Studenten.

some79 15.03.2009 23:53

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Genau, Journalist4, das ist es - bewerben kann man sich überall, aber ich hab eigentlich auch nicht das Gefühl, dass ein WAZ-Volo mir alle Türen öffnen wird. Und eine Übernahme ist derzeit sogar sogut wie ausgeschlossen. Ich habe mich im Grunde jetzt entschieden, das Volo abzubrechen. Habe bereits um einen Gesprächstermin mit der Ausbildungsredakteurin gebeten...

christine 16.03.2009 14:09

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Wie viele Monate hättest Du denn noch? Überlege Dir das bitte nochmals, ob Du das Volo wirklich abbrichst. Vielleicht wird es in der nächsten Volo-Station auch besser.

Wenn Du von Dir aus ohne Not kündigst, bekommst Du Stress mit der Arbeitsagentur. Und da Du wahrscheinlich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hast, aber wohl noch relativ jung, wird Dich die ARGE wahrscheinlich sofort in eine Maßnahme stecken oder Dir irgendwelche Jobs anbieten, die Du bestimmt nicht willst.

some79 17.03.2009 23:22

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Oh nein, es wird bestimmt nicht besser in der nächsten Station. Das Problem ist ein strukturelles und besteht in allererster Linie darin, dass ich meine 14 Monate alte Tochter bis zu 13 Stunden am Tag nicht sehe und die Betreuungskosten den Rahmen sprengen. Wenn ich so weitermache wie die letzten zweieinhalb Monate, dann brauche ich bald eine Therapie...es belastet mich einfach zu sehr. So gesehen würde ich dann ja eigentlich auch nicht "ohne Not" kündigen...

Ich verstehe nicht ganz...warum sollte mich die Arge denn in eine Maßnahme stecken, wenn ich ein Volo innerhalb der Probezeit abbreche? Ich hab vorher auch frei gearbeitet und da hat mich auch niemand in irgendeinen anderen Job drängen wollen. Ich würde ja nicht zwingend ALG beantragen wollen, wenn ich jetzt abbreche - ich hätte sogar immer noch Auftraggeber aus meiner Zeit als Freie und könnte mich damit nach kurzer Anlaufzeit wahrscheinlich wieder genauso finanzieren wie ich es vorher jahrelang getan habe. Und ich habe auch noch einen Mann, der das für ein paar Monate überbrücken könnte mit seinem Verdienst. So ganz ins Bodenlose würde ich also nicht fallen.

Bin übrigens 29...

christine 18.03.2009 00:15

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Weil Du andernorts nach dem Existenzgründungszuschuss der Arbeitsagentur gefragt hast, ich aber davon ausgegangen bin, dass Du noch kein Anrecht auf Arbeitslosengeld I erworben hast - in dem Fall würdest Du ins ALG II rutschen (und die Fallmanager machen mitunter ziemlichen Stress, hört man). Da Du aber einen verdienenden Ehemann hast, bekämst Du ohnehin kein ALG II.

mathias_bln 05.04.2009 22:33

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo some79,

ggf. könnte für Dich auch ein Bildungsgutschein durch die Agentur für Arbeit in Frage kommen. Aber nur wenn das für Dich in Frage kommen würde. Zu diesem Thema gibt es auch zwei Info-Seiten:

http://www.freie-journalistenschule....beitslose.html
http://www.arbeitsagentur.de/berufenet-mb6

Muser 06.04.2009 19:44

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo,

ich bin vor wenigen Tagen auf die FJS gestossen und mache mir folgende Gedanken:

Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe bis heute inkl. Ausbildung 10 Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Da ich meinen Beruf aber zutiefst hasse und endlich mein Leben trotz Kind (4 J.) umkrempeln will, mache ich mir natürlich Gedanken WIE...:|
Ich bin fast 29 und mein Traum war es schon seit früher Teenagerzeit, zu schreiben. Nun möchte ich diesen Traum umsetzen.
Ein Journalismus-Studium an einer Hochschule ist für mich mit Kind kaum umsetzbar, zumal der plötzliche Verdienstausfall zu einschneidend wäre.
Nun bin ich - wie oben bereits erwähnt - auf die FJS gestossen und frage mich, ob mich dieses Fernstudium in die richtige Richtung bringen könnte oder ob es eher für jene relevant ist, die bereits Erfahrung in diesem Berufsfeld mitbringen.

Ich bin gespannt auf Eure Ausführungen ;)

Journalist4 08.04.2009 11:56

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hi Muser,

Zunächstmal solltest Du Dir Gedanken machen, wie lange Du noch in Deinem Beruf arbeiten möchtest. Ich höre da jetzt raus, dass Du darauf angewiesen bist, noch so lange als Bankkauffrau zu arbeiten, bis Du einen neuen Job gefunden hast.

Die FJS bietet Dir eine gute Basis, um in den Journalismus einzusteigen.
Natürlich wäre es vorteilhaft, wenn Du vorher schon praktische Erfahrungen hättest.

Aber Du willst ja jetzt erst anfangen. Und wenn man im Leben etwas wirklich will, ist es nie zu spät.

Also die Module sind so gestaltet, dass sie ein "Laie" sehr gut bearbeiten kann und da wohl noch umsomehr lernt.

Ganz wichtig ist, dass Du dir während des Studiums Gedanken darüber machst, wie und wo Du später journalistisch tätig sein willst. Die Module und die Dozenten zeigen Dir da einige Möglichkeiten auf. Du solltest unbedingt versuchen, Dir ein paar Auftraggeber an Land zu ziehen, für die Du während deiner Ausbildung an der FJS publizieren kannst. Das ist am Anfang nicht leicht, dennoch machbar. Und Du bekomst die nötige Unterstützung von den Dozenten und deinen Mitstudenten.

Je nachdem wie es läuft, könntest Du Deinen Ausstieg aus dem schnöden Bankgeschäft planen. Es können sich also auch während des Studiums schon einige neue berufliche Persektiven ergeben.

Fazit: Machen, Chance ergreifen !! DU bist zudem erst 29 und nicht 49, steht Dir alles noch offen!!

Muser 08.04.2009 12:43

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Vielen Dank für die wirklich Mut machenden Worte und die Auskünfte. das klingt wirklich ganz gut.
Nun frage ich mich als "Laie" natürlich, ob für einen Neueinsteiger ein solches Fernstudium nicht einen zu großen Unterschied darstellt gegenüber einem Hochschulstudium, dass bekanntlich wesentlich länger dauert.
Ich habe einfach etwas Angst, viel Geld zu investieren und hinterher null Chancen zu haben, weil ich das Fach nicht von der "Pike" an gelernt zu haben.

Nichts desto trotz werde ich noch einmal in mich gehen und mir sicherheitshalber schon einmal Gedanken über die Journalistische Schreibprobe machen ;)

christine 08.04.2009 14:15

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Du schreibst, dass Du Deinen Beruf zutiefst hasst. Ja, kann passieren, dass man sich als junger Mensch bei der Berufswahl vertut. Doch woher weißt Du eigentlich, dass nun Journalismus das Richtige für Dich ist? Es hört sich nicht danach an, als hättest Du schon Erfahrungen in dem Metier. Wer weiß, ob Dein Teenagertraum einer Realitätsüberprüfung standhalten kann? Vielleicht machst Du Dir (wieder?) falsche Vorstellungen von dem Beruf und dem Arbeitsalltag. Woran machst Du fest, dass Du Dich dafür überhaupt eignest? Die Schule kostet Geld, darum solltest Du Deine Eignung wirklich genau prüfen.

Und schließlich stellt sich die Frage, ob Du auch bereit und in der Lage wärst, freiberuflich zu arbeiten. Denn machen wir uns nichts vor: Angesichts der derzeitigen Arbeitsmarktsituation für Journalisten solltest Du nicht unbedingt auf eine Festanstellung hoffen, zumal in Deinem Alter und mit der bislang fehlenden journalistischen Berufserfahrung. Ich weiß auch nicht, ob die Ausbildung an der Schule überhaupt als einem Volontariat gleichwertig anerkannt wird. Bei Bewerbungen ist das heutzutage in der Regel ein K.O.-Kriterium.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will Dir nicht Deinen Traum kaputt machen, aber ich finde, die genannten Aspekte solltest Du wirklich genau prüfen, bevor Du Geld in diese Schule investierst.

Journalist4 13.04.2009 14:52

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Nicht nur im Journalismus, überall ist es heute schwer, eine Festanstellung zu bekommen. Ob ein Volontariat allerdings ein K.O. Kriterium ist, wage ich zu bezweifeln. Seit es den Beruf des Journalisten gibt, wird versucht, einen allgemeingültigen Ausbildungsweg zu finden. Vergeblich!

Auch die Behauptung einiger Alt-Volontäre, nur ein Volontariat erlaube die Bezeichnung Redakteur, ist hinfällig. Redakteur ist, wer als Journalist in einer Redaktion einen festen Job hat. In den Redaktionen sitzen eine Menge Leute, die nie ein Volontariat hatten. Ich stimme zu, die Zukunft der Journalisten wird die freie Mitarbeit sein. Was aber weder bedeutet, weniger Geld zu verdienen, noch, dass man nicht in einer Redaktion arbeitet.

Die Journalistenschulen sind in sofern eine gute Alternative, da man in einem Volontariat oft zielgerichtet auf das entsprechende Medium geschult wird. Wenn man nicht übernommen wird, sind die Aussichten wieder genauso schlecht. Den Tatsachen entspricht auch, dass viele Volontäre sich beschweren, kaum Theorie vermittelt zu bekommen oder aber auch, ja man glaubt es kaum, zu wenig zu schreiben.
Denn nach dem Vorbild Amerika, leisten die freien Journalisten auch hier immer mehr die Beiträge und die Redakteure korrigieren, redigieren, organisieren. Oft kann man mal zukunftsweisend über den Teich schauen, Nicht nur, dass die Amerikaner in punkto Raucherschutz und Kriminalitätsbekämpfung uns um einiges voraus waren. Die Einteilung in Reporter und Editor im Journalistischen zeigt auch, wie es hierzulande in 10 Jahren aussehen könnte.

Leider hat durch das mangelnde, qualitativ gute Angebot an Fernstudien, die Fernschule auch oft noch einen schlechten Ruf. Auch das ist anders in den Staaten, weil dort Gang und Gäbe. Und auch das wird sich hier ändern. Denn gerade im schulischen und universitären Bereich ist mit Personalknappheit (vor Ort) zu rechnen.

some79 28.04.2009 11:06

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Muser,

hättest du denn vielleicht (z.B. mit Hilfe von Urlaubstagen) die Möglichkeit, einmal ein Praktikum in einer Zeitungsredaktion zu machen? Das wären dann zwar wohl nur wenige Wochen, aber vielleicht reicht das ja, um herauszufinden, wie dir der Beruf liegt. Wenn sich herausstellt, dass du auf dem Gebiet talentiert bist, bekommst du vielleicht auch die Möglichkeit, für eine Redaktion gelegentlich frei etwas zu schreiben. Darüber bekämst du zumindest etwas Praxiserfahrung. Über ein Fernstudium allein wird es sicher schwierig, in den Beruf einzusteigen. Du brauchst halt vor allem Schreibpraxis und Kontakte.

Eine andere Möglichkeit fällt mir auch noch ein: Warum bewirbst du dich nicht einfach bei einem Verlag bzw. einer Journalistenschule um ein Volontariat? Ich weiß, es wird häufig erzählt, dass man da nur mit langjähriger Vorerfahrung reinkommt. Aber das ist nicht immer so. Bei der Journalistenschule Ruhr z.B. sind zum Teil ganz junge Menschen Volontäre geworden, die ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung hatten und ansonsten noch nie eine Zeile für eine Zeitung geschrieben haben. Die haben es einfach geschafft, den Einstellungstest (mit Redigier- und Schreibübungen und Wissensfragen) trotzdem gut zu meistern und dann im persönlichen Gespräch zu überzeugen. Probier es doch einfach - zu verlieren hättest du dabei ja nichts!

some79 28.04.2009 11:14

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Journalist4, ich hätte auch nochmal ein paar Fragen zum Studium an der Freien Journalistenschule.

Also...ich habe inzwischen mein Volo tatsächlich abgebrochen, habe jetzt noch etwas Urlaub und bin dann wieder Freie (und sehr glücklich darüber!). Habe auch schon Kontakte zu meiner langjährigen Auftraggeber-Redaktion geknüpft und dort schon wieder die ersten Theaterkritiken schreiben können - es scheint also schon mal gut anzulaufen wieder. Nun möchte ich erst mal ein bisschen Geld verdienen und das Ganze ans Laufen bekommen, und dann die Sache mit dem Fernstudium mal Angriff nehmen.

Meine Frage wäre: Dieser Artikel, den man dort für die Bewerbung einreichen muss - wie gehe ich da ran? Ich bin mir nicht ganz sicher, über welches Thema ich etwas schreiben soll, bzw. in welche Richtung das gehen könnte. "Wissenschaftlich" ist so ein weites Feld. Und das Themsa müsste ja auch einen aktuellen (journalistischen) Anlass haben...oder nicht?

Journalist4 12.05.2009 15:26

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo some, Glückwunsch zu deiner Entscheidung. Du sagst selbst Du bist glücklich darüber. Hast also alles richtig gemacht!!


Wie bei anderen Journalistenschulen will man durch deinen Bewerbungstext sehen, was du für sprachliche und journalistische Qualitäten mitbringst. Du brauchst da sicher nicht perfekt sein.

Was das Wissenschaftliche angeht: Wie Du selbst schreibst, die Wissenschaft ist ein unglaublich weites Feld. Ich zum Beispiel habe über eine Hörspielserie geschrieben, die für sich beansprucht, wissenschaftlich zu sein.

Such Dir ein Thema aus und versuch etwas "Fundiertes" mit einzubringen. Im Zweifelsfall wende Dich doch direkt an die Schule, man wird Dir dort weiterhelfen. Eventuell könntest Du ja auch etwas, aus einer deiner Theaterkritiken machen?

Grüße,

j4

CarolaS. 13.05.2009 11:17

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Das ist ja lustig. Ich bin auch in Berlin angemeldet. (Seit Dezember)

@sondoku: wenn ich nicht völlig falsch informiert bin, ist der Begriff "Diplom" nicht geschützt.

Was wollte ich sagen? Ach ja, ich habe einige Jahre neben meinem Job immer mal für eine Pferde-Zeitschrift geschrieben. Die Firmenzeitung des Unternehmens, für das ich gearbeitet habe, fiel auch in mein Ressort.

Die Pferde-Zeitschrift gabs dann plötzlich nicht mehr und der Job wurde (Arbeitsklima) unerträglich. Ich wurde fies krank und hab in der Krankheit den Job gekündigt (Ich erzähl das aus gutem Grund so detailliert)

Da ich bereits einiges veröffentlicht hatte und mir (danke danke danke) eine grosse Zeitschrift die Bestätigung ausgestellt hat, dass ich ohne journalistische Ausbildung (trotz Erfahrung) keine Anstellung bei einer Zeitschrift bekomme, hat das arbeitsamt die Kosten für die Freie Journalistenschule Berlin übernommen.

Weil ich mit Kind überhaupt keine Chance habe, neben der Ausbildung auch noch ein Volontariat zu absolvieren, hab ich bei suite101 angefangen. Das ist ein Autorennetzwerk. Dort kann ich mich schreibenderweise austoben. Es gibt kaum Geld, aber viel Unterstützung durch die Redakteure. Und was noch besser ist: Seit April bin ich mit Gründungszuschuss selbständig, weil ich aufgrund der Ausbildung an der FJS einen kleinen Lektorenjob bekommen habe UND da ich mich ja als Journalistin behaupten möchte, stand suite101 mit einer Akkreditierunge hinter mir. Ohne Akkreditierung geht nämlich gar nichts hab ich festgestellt.

Da genügt auch mein Presseausweis nicht. So konnte ich also zu einer Messe, kam umsonst rein, bekam einen Presseclip und konnte ungestört Interviews führen.

Ich lerne natürlich nichts über einen redaktionellen Ablauf, aber dafür viel über online-Journalismus in der Praxis.

Ich freu mich auf weiteren Gedankenaustausch

CarolaS. 13.05.2009 11:20

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
@some: ich habe bei der Bewerbung lediglich eine Kopie einer Veröffentlichung von mir beigelegt. Ich glaube nicht, dass der Inhalt entscheidend ist.

SteanM 24.05.2009 13:58

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo,

nachdem dieser Thread schon viele meiner Fragen beantwortet hat (Dank an Journalist24) ist nur noch eine offen geblieben: Die Freie Journalistenschule gibt den Zeitaufwand für ein Fernstudium auf Basis einer Umfrage mit rund 40 Stunden je Modul bzw. 7,5 Wochenstunden an. Ist das aus der praktischen Erfahrung der hier vertretenen Studierenden realistisch?

Danke für alle Infos, die mir die Entscheidung pro/contra Studium leichter machen!

CarolaS. 24.05.2009 17:22

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Das ist absolut realistisch.

Thomas_H 31.05.2009 21:10

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Eine Frage habe ich auch noch:

Wieviel Plätze vergibt die freie Journalistenschule? Wie groß sind die Chancen, angenommen zu werden?

CarolaS. 31.05.2009 21:48

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Mir wurde gesagt, dass so viel Skripte gedruckt werden, wie sich Leute anmelden. Irgendwo wird wohl eine Grenze sein. Wo genau :?: keine Ahnung.
Ich würd einfach anrufen, die sind echt nett ;)

mathias_bln 10.06.2009 15:49

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Zitat:

Zitat von Thomas_H (Beitrag 74140)
Wieviel Plätze vergibt die freie Journalistenschule? Wie groß sind die Chancen, angenommen zu werden?

Hallo Thomas,

nach Aussage des Studienbüros bewerben sich je nach Bewerbungstermin (Frühjahr oder Herbst) drei bis vier Interessenten auf einen Studienplatz. Pro Kursstart nimmt die Schule ca. 45 Teilnehmer auf.

Grüße
Mathias

Thomas_H 18.06.2009 11:21

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Das sind natürlich zwei sehr verschiedene Aussagen. Dann muss ich mir doch einen "Plan B" überlegen für den Fall, dass meine Bewerbung nicht angenommen wird.

Und anrufen und selbst fragen werde ich sicherheitshalber auch mal.

mathias_bln 20.07.2009 15:39

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Wer Teilnehmer der Freien Journalistenschule (www.freie-journalistenschule.de) oder auch Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (www.dfjv.de) kennen lernen möchte, der sollte sich den 9. Oktober 2009 vormerken. An diesem Tag findet in Berlin der Deutsche Fachjournalisten-Kongress (www.dfjk.de) statt. Diese Veranstaltung steht allen Interessenten offen und bietet neben einem etwas anspruchsvolleren Themenangebot ausreichend Zeit zu persönlichen Gesprächen. c u in Berlin :cool:

christine 21.07.2009 23:27

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Wieso ist eigentlich der DFJV eine Aktiengesellschaft?

Das sollte jedem, der sich für diese Freie Journalistenschule interessiert, zu denken geben. Denn die ist wiederum eine Initiative des DFJV, dessen offizielle Bezeichnung "DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband AG" lautet.

Und wer hält eigentlich alles diese Aktien?

mathias_bln 22.07.2009 11:26

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hallo Christine,

über den Verband weiß ich nicht mehr zu schreiben, als was sich über die Website ergibt. Das wäre ggf. ein Thema für einen neuen Themenstrang? Ich frage mich aber, welchen Einfluss die Besitzverhältnisse beim DFJV auf die Arbeit der Schule haben sollte? Als Teilnehmer interessiert mich das inhaltliche Studienangebot, das Betreuungsverhältnis durch die Tutoren und der Kontakt zu anderen Kommilitonen – wer welche Aktien eines Verbandes hält halte ich persönlich für uninteressant.

Grüße
Mathias

christine 22.07.2009 13:35

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Man darf sich schon fragen, ob diese kostenpflichtige Schule nicht auch auf Gewinnmaximierung aus ist. Das hätte dann nämlich schon Auswirkungen auf die Auswahl der Teilnehmer und vermutlich auch auf den Unterricht.

Mir ist der DFJV und diese Schule höchst suspekt - und stehe damit in Kollegenkreisen nicht alleine da.

CarolaS. 22.07.2009 13:53

AW: Freie Journalistenschule Berlin, eine gute Alternative
 
Hm, ich bin ja wie bereits berichtet in der Freien Journalistenschule eingeschrieben und find die Betreuung wirklich gut. Was ich dort lerne steht auch im Einklang mit dem was ich bereits im Beruf anwende (anwenden muss, darf, kann)

Verbandsmitglied bin ich ebenfalls. Zum Berufseinstieg hab ich dort unzählige Male angerufen, bzw hingemailt und hab ohne Ausnahme sofort alle Antworten bekommen und Tipps die weit über meine Fragen hinausgingen.
Hab also nichts zu meckern.


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