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Alt 29.11.2008, 13:44   #1
mia
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Standard Neustrukturierung Evangelische Journalistenschule Berlin

Ich weiß nicht, ob die Neustrukturierung der Evangelischen Journalistenschule hier schon Thema war, aber da sich dort ja auch jüngst wieder einige aus dem Forum beworben haben, ist es doch mal eine Diskussion wert:

http://www.taz.de/1/leben/medien/art...m-amt-zurueck/

Diese Schule war nie der Porsche unter den Journalistenschulen, aber ein Geheimtipp für alle, die eine in Qualität und Kontaktaufbaumöglichkeiten DJS und HNS in nichts nachstehenden Journalistenschule gesucht haben. Renommierte Lekoren aus der Praxis (u.a. Basia Mika) und Praktikumsmöglichkeiten bei großen Blättern von Spiegel über Zeit bis hin zu Brigitte und FR haben der Ausbildung an der EJS ein Gütesiegel verpasst, das in der Branche nach und nach anerkannt wurde. EJS-Absolventen sitzen als Redakteure bei Spiegel, Brigitte (z.B. deren bekannte Kolumnistin Julia Karnick), FR, Tagesspiegel, Deutschlandradio, Zeit und vielem mehr. Nun will die Schule offenbar ihr "evangelisches Profil" stärken, was aus Sicht der Kirche, die den Laden ja letztlich bezahlt, verständlich, für die Qualität der Ausbildung aber wohl fatal ist. Die EJS hatte immer eine anspruchsvolle und vor allem säkulare Herangehensweise an den Journalismus, deshalb ist sie ernst genommen worden.

Schade, eine gute Adresse weniger, und vor allerm eine besondere: An der EJS hatten stets auch etwas ältere Bewerber eine Chance, die so über Umwege den Weg in den Qualitätsjournalismus gefunden haben. Da sich ja auch einige im Forum erfolgreich um einen Platz beworben haben, würde mich interessieren: Tretet ihr den an? Sagt ihr ab? Ein Praktikum bei Bibel TV ist ja nicht nur kein Karrieresprungbrett, man müsste es im Lebenslauf wahrscheinlich sogar besser verschweigen, um weiterhin ernstgenommen zu werden

Dabei ist es meiner Ansicht nach unwahrscheinlich, dass sich die Evangelische Kirche auf lange Sicht einen Gefallen tut, wenn die kirchlichen Medien zwar überdurchschnittlich von der eigenen Kaderschmiede profitieren - im Gegenzug aber die Qualität der Bewerber (weil es eben keine journalistisch hochwertige Ausbildung mehr ist) erwartungsgemäß extrem sinkt? Gerade epd und Chrismon sind doch auf sehr gute Journalisten angewiesen, und die werden sie über eine Journalistenschule, die mit ihren evangelischen Scheuklappen echte Talente verscheucht, kaum finden.

Enttäuschend

Geändert von mia (29.11.2008 um 13:52 Uhr).
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