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Alt 25.03.2009, 17:44   #2
p.eng
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Standard AW: Urheberrecht-Interview

Liebe(r) xprepe,

ich würde zunächst einmal davon ausgehen, dass niemand dich übergehen wollte, und es mit einer freundlichen Anfrage versuchen. Schließlich hatte die besagte Zeitung wahrscheinlich gar keine andere Kontaktmöglichkeit, als erst einmal über deinen Auftraggeber zu gehen (ich nehme an, unter dem Beitrag stand nicht deine Kontaktadresse). Womöglich gibt es zwischen den beiden Parteien auch eine Kooperation, von der du nichts weißt, und es war nur ein Versehen, dass man dich nicht informiert hat.

Also: Melde dich bei deinem Auftraggeber, sag ihm, dass du von der Zeitungsanfrage weißt und eine Zweitverwertung dich freuen würde, und lass dir Ansprechpartner und Telefonnummer bei der besagten Zeitung nennen. Dort kannst du dich melden und dich als Urheber des Interviews zu erkennen geben. Eine seriöse Zeitung wird selbstverständlich deinen Namen unter den Text setzen oder zumindest im Vorspann nennen.

Bei deinem ursprünglichen Auftraggeber kannst du außerdem nachfragen, welche Bedingungen für diese Zweitverwertung schon vereinbart wurden (z.B. Honorar, Quellenangabe). Vorher solltest du dir natürlich überlegt haben, was deine Mindestbedingungen wären (ggf. kannst du die Verwertung auch verweigern, das kannst du im Hinterkopf behalten). Evtl. kannst du an diesem Punkt auch dein Erstaunen darüber zum Ausdruck bringen, dass du gehört hast, der Artikel solle nun unter einem fremden Namen erscheinen - lass das deinen Auftraggeber doch einmal stichhaltig begründen (ich nehme an, das kann er nicht ).

Außerdem kannst du bei dieser Gelegenheit grundsätzlich über die Möglichkeiten verhandeln, wie deine Beiträge dort in Zukunft zweitverwertet werden. Sollte dein Auftraggeber sehr umfangreiche Verwertungsrechte fordern (das versuchen leider sehr viele in ihren Verträgen, Stichwort "total buy-out") und nicht verhandlungsbereit sein, überleg dir, ob du auf diesen Auftraggeber verzichten willst.
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