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Alt 21.08.2015, 16:09   #8
Fokko
Fokko
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Standard AW: Als Freelancer Freiwillige Rentenversicherung abschließen?

Eine freiwillige Rentenversicherung lohnt sich nie. Ganz einfach aus dem Grund, weil man bei Kapitallebensversicherungen – und nichts anderes ist eine freiwillige Rentenversicherung – heute gutes Geld einzahlt und morgen schlechtes zurückbekommt, ganz einfach aufgrund der Inflation.
Wenn man Kosten und Nutzen vergleicht, wird man feststellen, dass es die beste Rendite schon immer bei der gesetzlichen Rentenversicherung gegeben hat, auch wenn die Rente aus dieser in Zukunft nicht mehr so üppig ausfallen wird, wie bei den heutigen Rentnern. Wer Lust hat kann es einmal nachrechnen:

Nehmt euch einen beliebigen Rentner und dessen monatliche Rente. Dann rechnet aus, wie viel Kapital man anlegen müsste, um den gleichen Betrag daraus als monatliche Zinsen zu erhalten. Dabei müsst ihr aber, wenn ihr eine Geldwertsanlage zu Grunde legt, die Inflation berücksichtigen, da man bei einer solchen von den Zinsen ja immer so viel in den Topf zurück tun muss, wie die Inflation beträgt, damit das Kapital (und damit natürlich auch die daraus erwirtschafteten Zinsen) kaufkraftmäßig gleich bleibt. Bei einer Sachwertanlage muss man bei der Berechnung der Rendite noch eventuelle Kosten berücksichtigen, die zum Beispiel bei einer Immobilie aus solchen Dingen wie Gebühren für die Verwaltung, Kosten für die Instandhaltung und nicht zu vergessen auch Rücklagen für größere Reparaturen, die den Wert erhalten, bestehen.

Um zum Beispiel eine monatliche Rente von 1500 € zu erzielen, müsste man bei einer Nettoverzinsung von 3 % ein Kapital von 600.000 € anlegen. So, und nun dürft ihr ausrechnen, wie viel ihr in den letzten 30 oder meinetwegen 40 Jahren beispielsweise monatlich hättet ansparen müssen, um dieses Kapital heute zu haben. Um mal einen groben Vergleich zu haben, kann man da eine Kapitallebensversicherung hernehmen, bei der ein ungefähr 30-jähriger damals etwa 300 DM monatliche Prämie pro 100.000 DM Versicherungssumme hätte bezahlen müssen.

Damals wurde üblicherweise in Aussicht gestellt, dass man bei einer 30 Jahre laufenden Kapitallebensversicherung etwa die doppelte Versicherungssumme ausbezahlt bekommen würde, was natürlich nicht garantiert wurde. Selbst wenn das funktioniert hätte – fragt mal jemand, der in letzter Zeit eine solche Versicherung herausbekommen hat, was er bekommen hat – hätte man damals eine Versicherung über 600.000 DM abschließen müssen, wofür eine monatliche Prämie von 1800 DM fällig gewesen wäre. 1800 DM netto waren, nur zur Erinnerung, 1985 ein ganz ordentliches Monatsgehalt, von dem man notfalls eine Familie ernähren konnte.

Und nun fragt jemand, der heute 1500 € Rente bekommt, was er 1985 für einen Beitrag bezahlt hat. Selbst wenn die Rente wie gesagt in Zukunft nicht mehr so üppig ist, werden die Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung auch in Zukunft die am besten verzinste Altersvorsorge sein.

Grüßle

Fokko
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