Thema: US-Hegemonie
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Alt 19.04.2003, 20:20   #6
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Standard Boykott als Alternative zum kalten Krieg

Selbst die in Deutschland hergestellten amerikanischen Ware sind Lizenzgebührenpflichtig. Es geht nicht (nur) um typische "American way of life" –Produkte, sondern um alle Produkte, die von amerikanischen Unternehmen (egal wo sie in der Welt niedergelassen sind) entwickelt, vermarktet oder vertrieben werden(und das beinhaltet auch die amerikanische Medienmacht).

Natürlich sind von diesem Boykott nicht nur die Arbeit- und Kapitalgeber betroffen, sondern auch Arbeitnehmer und Lieferanten (auch hier in Deutschland). Der Sinn und Ziel solchen wirtschaftlichen und politischen Drucks liegt in der Tatsache begründet, dass die amerikanische Bevölkerung (und nicht nur die Industrie!) fast völlig von der eigenen Überheblichkeit, der Arroganz und dem Machtwahn verblendet ist. Dieser weitübertriebene nationale Stolz (Patriotismus!) hat es möglich gemacht für Demagogen und Hegemonie-Besessene wie Bush, Perle, Rumsfeld oder Wolfowitz, Angriffskriege auch gegen den offensichtlichen Willen der großen Mehrheit der UNO-Länder zu führen und führte somit zur offenen Konfrontation mit anderen Atommächten.

Ein Land, das seine eigenen Interessen weltweit mit allen Mitteln durchsetzt und dabei gegen das internationale Völkerrecht verstößt, hat sich schon längst von den Werten eines demokratischen Staates entfernt. Dieser Zustand ist mit Hilfe der "Opposition" (der Kongress hat den Regierungschef mit voller Macht ausgestattet) und durch große Zustimmung der Bevölkerung erreicht worden (trotz all der bewunderungswerten Demonstrationen und Künstlerkritiken). Ein "Abwarten" und "Hoffen" auf eine "bessere" amerikanische Wahlperiode ist trügerisch und irreführend. Selbst bei einer Wahlniederlage Bushs, wird sich die Sicherheitslage der Welt nicht verbessern, denn bei einem Sieg der "Demokraten" käme Senator Joseph Lieberman an die Macht (siehe 38. Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik - Vortrag US-Senator Liebermann - Winning the Wider War Against Terrorism). Und der ist dafür bekannt, ein noch größerer Verfechter von Gewaltanwendungen und kriegerischen Operationen als Mittel zur Durchsetzung der eigenen Landesinteressen, zu sein.
(Auf der Sicherheitskonferenz in München sprach Senator Lieberman von einem "neuen" Eisernen Vorhang, einer neuen "Mauer", die sich "von den Terroristenlagern in den Hügeln und Tälern Zentralasiens über den Sand Somalias, Sudans und Saudi-Arabiens bis zu Zellen in Singapur, Indonesien, den Philippinen und vielen anderen Orten, Europa und Amerika eingeschlossen, erstreckt". Der Afghanistankrieg habe bewiesen, daß die US-Streitkräfte den Schlüssel dazu hätten, jeden Krieg zu gewinnen: Information in Echtzeit, "Präzisionsbomben" und örtliche Hilfstruppen.)

Daher gilt es für richtig solche Boykott-Reaktionen zu unterstützen, die dazu führen werden, das amerikanische Volk wachzurütteln und verständlich zu machen, dass die Welt aus vielen verschiedenen Völker und vielen verschiedenen Kulturen besteht, und dass man den anderen nicht beherrschen oder lenken kann und darf, sondern mit ihnen kooperieren muss.

Waren-Boykott verbunden mit einem Dollar-Boykott wird vielen Amerikanern und Nicht-Amerikanern wehtun, aber das ist der einzige Weg, der uns einen erneuten Fall in einen 50-jährigen kalten Krieg (mit all dem nötigen Aufwand, Ausgaben und Spannungen) erspart.

Und letztlich nimmt eine solche Form der "Zivilcourrage" den Wind aus dem Segel des kochenden (und begründeten) Hasses auf den "Amerikanismus" und dämmt einen großen Teil der erwarteten Terror(re)aktionen ein, in dem es "unterdrückten" Völkern eine mögliche friedliche Form von Wiederstand aufzeigt.

LATI

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