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Fragen und Antworten Fragen und Antworten zum Journalismus

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Alt 14.05.2012, 16:34   #1
lucyhh
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Standard Die andere Seite

Hallo ...

Ich bin kein Journalist, sondern jemand, über den regelmäßig geschrieben wird. Ich bekomme mehrere Interview Anfragen pro Woche (Print, Radio, TV). Die Interviews für Printmedien beantworte ich entweder am Telefon, oder schreibe die Antworten (ggf. ganze Artikel) auch selbst wenn dies bevorzugt wird.

Ich habe das monatelang für eine gute Sache einfach nebenbei gemacht. Egal ob in Der Zeit, Frankfurter Rundschau oder anderen Blättern. Doch langsam stellt sich mir die Frage, ob das so weiter gehen kann. Die Interviews sind meist sehr zeitaufwendig und ggf. folgen noch Termine mit Fotografen oder muss ich eigenes Bildmaterial stellen.

Jetzt würde ich gern mal fragen, ob es wirklich unverschämt ist, als Person über die hier geschrieben wird, auch ein Honorar zu verlangen. Ich möchte mich nicht bereichern, aber die Aufwände wachsen mir langsam über den Kopf, da ich natürlich noch andere Aufgaben im Leben habe.

Könnte mir jemand einen Rat geben, ob man einfach nach einem Honorar fragen sollte? Wie ist das mit MEINEN Fotos. Sollten die in der Presse im Artikel verwendet werden, kann man auch das in Rechnung stellen?

Nicht falsch verstehen! Ich profitiere davon bisher absolut nicht - sehr wohl aber die Zeitungen, die ja über die Artikel über mich bzw. meine Projekte das Blatt füllen.

Würde mich sehr über ein paar Tipps freuen. Fairerweise sollte ich sagen: Ab und zu zahlen mir Zeitungen oder große Sendeanstalten ohne Rückfrage ein Honorar, wo ich die Artikel selbst schreibe bzw. das Interview ausführlich selbst schriftlich niederschreibe bzw Fahrtkosten anfallen. (Steht aber keinesfalls im Verhältnis zu meinen Aufwendungen und ist die absolute Ausnahme) Aber gerade bei Telefoninterviews wird es dann ja schon schwierig. Und das sind sicher 90%

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen, da ich gerade wieder drei Anfragen sehr großer Zeitschriften in Deutschland in meiner Mailbox habe und langsam nicht mehr weiß ob ich mich hier nicht ausnutzen lasse.

Vielen Dank

Lucy


Ich muss hinzufügen: Ich habe mit einem Presseteam zusammengearbeitet, dass vor allem früher die Anfragen gefiltert hat - aber leider entstehen da ja auch wieder nur Kosten für mich.

Geändert von lucyhh (14.05.2012 um 16:47 Uhr).
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Alt 15.05.2012, 04:47   #2
Reporterin
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Standard AW: Die andere Seite

Wie der Jurist sagen würde: Das kommt drauf an, (wer oder was Sie sind.)
Grundsätzlich zahlt ein Journalist nichts für Informationen, die er bekommt.
Grundsätzlich bekommt ein Journalist nichts vom Interviewpartner dafür, dass er die Infos veröffentlicht.

Wenn Sie für eine Institution arbeiten, sollten Sie mit Ihrem Chef den Aufwand absprechen und festlegen, ob das zu Ihrer Arbeit gehört. Sind Sie gar der "Chaf" einer Institution oder Firma selbst, sollten Sie froh über diese "geführte" PR sein und sich nicht beklagen, da jede Veröffentlichung Ihres Namens / Ihrer Institution / Ihrer Firma, ein weiterer Meilenstein für Ihre Selbstvermarktung ist.

Sind Sie beispielsweise Wissenschaftler einer wissenschaftlichen Einrichtung, ist es einfach Ihr Job. Und das steht vermutlich auch in Ihrem (erweiterten) Vertrag. Oder Sie dürfen keine Pressemitteilungen mit Ihnen als Ansprechpartner herausgeben.

Die einzelnen Medien:

Grundsätzlich: Kein Interviewpartner schreibt seine Interviews / Artikel selbst. (Welcher Journalist / welches Medium erkennt denn sowas an?).

Setzen Sie auf Ihre Internetseite FAQs. Also Fragen und Antworten, die grundsätzlich immer wieder in Interviews auftauchen. Bei Interviewanfragen, verweisen Sie im Vorfeld darauf, der Journalist möge sich die Seite ansehen. Dann hat er schon die Hälfte seines Artikels.

Das gleiche mit schriftlichen Antworten. Kein Journalist / kein Medium schätzt schriftliche Antworten. Wenn er / es sie dennoch bekommt, verweist man im Artikel darauf, dass die Antworten nicht mündlich erfolgten. Ein routinierter Leser denkt sich dann schon seinen Teil - und zwar keinen guten. Schriftlich machen das i. d. R. nur Firmen / Institutionen, die "etwas zu verbergen" haben oder Ministerien u. ä. Institutionen.

Reisekosten dagegen müssen von den Sendern ersetzt werden. Klären Sie das im Vorfeld. Wenn die nicht wollen, müssen Sie ja nicht hin.

Sind Sie dagegen Filmschauspieler, bekommen Sie i. d. R. noch Kohle dafür, dass Sie sich herablassen, die heiligen Hallen der Sendeanstalten mit Ihrem Glanz zu verzieren.

Und ansonsten gebe ich zu, dass ich Ihnen nicht glaube, dass Sie so gefragt sind, dann wären Sie sehr viel PR erfahrener und würden diese Fragen nicht stellen. Sondern ich glaube, dass Sie einfach nur neugierig sind, wie es im Pressebetrieb läuft, und Sie sich nur nicht trauten, zu fragen.
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Alt 16.05.2012, 19:41   #3
lucyhh
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Standard AW: Die andere Seite

Vielen Dank für die umfangreiche Antwort!

Natürlich haben Sie Recht, ich bin nur neugierig.

In meinem Kopfkino habe ich mit 3 Medienberatungsagenturen und 2 unabhängigen Medienberatern zusammengearbeitet. Das Ergebnis: Ich habe mich meist sehr geschämt für diese Zusammenarbeit und Geschäftsgebaren. Hier ging es nicht um Deckung meiner Aufwände, sondern um Bereicherung von Medienberatern an meiner Person und meinen Projekten. Und wo ich nur Aufwendungen für Interviews ersetzt haben will, da bleibt eben für einen Medienberater kein Gewinn. Also versucht man mich zu übervorteilen, oder besser noch, mich noch aus den betreffenden Entscheidungsprozessen heraus zu manövrieren.

Ich habe also sehr viel Erfahrung gesammelt - leider nur die falschen.

Bei diesen Beratern wurden großen Medien meiste als potentielle Multiplikatoren honorarfrei bedient und bei resultierenden Interviews immer versucht nach einem Honorar zu fragen. "Zu fragen!" Und natürlich gab es dann noch Verhandlungen um Exklusivrechte. Teilweise sehr unverschämt - von Seiten der Presse, als auch von Seiten meiner Berater. Die einen haben angeblich immer kein Geld, und die anderen wollen ziemlich viel davon.

Und ich stehe nur in der Mitte, finde es sinnvoll mit der Presse zusammenarbeiten, wo ich auch sozial wichtige Projekte unterstütze und diese verbreiten kann. Auf der anderen Seite ist das, was ich tue, ja anscheinend spannend genug für die Medien, auch wo man es vom Idealismus los löst. Also denke ich mir: Entweder ich lehne mehr und mehr Anfragen ab, oder ich muss mir die Aufwendungen ersetzen lassen.

Es geht nur um ein paar pro Stunde, aber es ist eben eine prinzipielle Frage für mich geworden. Denn ich lege immer nur drauf.

Lucy

Geändert von lucyhh (17.05.2012 um 15:19 Uhr).
lucyhh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2012, 20:24   #4
Reporterin
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Standard AW: Die andere Seite

Wenn Sie mal konkret und nicht so abstrakt werden würden, könnte man auch was dazu sagen. Denn ohne zu wissen, worum es sich speziell handelt, hört es sich beispielsweise seltsam an, wenn Sie davon sprechen, mit fünf Medienberatern gesprochen zu haben. Die sucht man sich gleichfalls nach ganz bestimmten Kriterien aus. Und ich habe noch nie gehört, dass jemand nacheinander insgesamt fünf davon konsultiert hätte......
Solange Sie nicht deutlicher werden, werde ich dazu keine Stellung mehr nehmen. Für Ratespiele haben wir hier einfach keine Zeit.
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Alt 17.05.2012, 16:33   #5
lucyhh
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Beiträge: 3
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Standard AW: Die andere Seite

Danke für die Antworten. Ich schliesse damit also diesen Thread. Verstehe Ihre Einwände. Hoffe die etwas ausführlichere PN kam an.
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