-->
Journalismus.com Forum
Anzeige:
Griffith College Dublin

Infos von
Journalismus.com


Wichtige Links:


cover_1502
Jobturbo - Die Job-Suchmaschine durchsucht Zeitungen und Stellenbörsen. Gezielt nach Medienjobs suchen!
Jetzt hier recherchieren...


 

Zurück   Journalismus.com Forum > Journalismus > Recherchefragen - Investigativ

Recherchefragen - Investigativ In diesem Forum geht es um die journalistische Recherche. Recherchefragen Informationen, Kooperationspartner, alle Themen zur Recherche.

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 10.04.2011, 14:10   #1
Lima92
Neuer Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 09.04.2011
Beiträge: 2
Renommee-Modifikator: 0 Lima92 wird positiv eingeschätzt
Standard Journalistische Grenzfälle?

Ich bin im Rahmen meiner Seminararbeit auf der Suche nach (gerne auch historischen) Beispielen journalistischer Grenzfälle, in denen die Frage der "journalistischen Ethik" aufkommt. Ich habe vor, auf Basis dieser den Bogen zu WikiLeaks zu schaffen.
Lima92 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2011, 17:56   #2
manl1
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 18.12.2009
Beiträge: 70
Renommee-Modifikator: 9 manl1 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Zitat:
Zitat von Lima92 Beitrag anzeigen
Ich bin im Rahmen meiner Seminararbeit auf der Suche nach (gerne auch historischen) Beispielen journalistischer Grenzfälle, in denen die Frage der "journalistischen Ethik" aufkommt. Ich habe vor, auf Basis dieser den Bogen zu WikiLeaks zu schaffen.
Das ist schön.

Und jetzt?
manl1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2011, 18:19   #3
Lima92
Neuer Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 09.04.2011
Beiträge: 2
Renommee-Modifikator: 0 Lima92 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Zitat:
Zitat von manl1 Beitrag anzeigen
Das ist schön.

Und jetzt?
sehr konstruktiver kommentar! bin schülerin und kenne mich in dem forum hier nicht gut aus, habe mir aber neue anregungen von erfahrenen berufsjournalisten erhofft.

frage: fallen euch bedeutende journalistische grenzfälle im weltgeschehen ein?
Lima92 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2011, 20:09   #4
manl1
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 18.12.2009
Beiträge: 70
Renommee-Modifikator: 9 manl1 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Zitat:
Zitat von Lima92 Beitrag anzeigen
sehr konstruktiver kommentar! bin schülerin und kenne mich in dem forum hier nicht gut aus, habe mir aber neue anregungen von erfahrenen berufsjournalisten erhofft.
Konstruktive Kommentare darf man nur bei einer entsprechenden Fragestellung erwarten.

Zitat:
Zitat von Lima92 Beitrag anzeigen
frage: fallen euch bedeutende journalistische grenzfälle im weltgeschehen ein?
"Bedeutende journalistische Grenzfälle im Weltgeschehen" vielleicht nicht ganz. Aber die Spiegel-Affäre '62 wäre ein guter Ansatz.

Günter Wallraff (Ein kleines Interview hier) könnte man hier ebenso anführen. Auch hier kritisierten betroffene Personenkreise die Recherche, da sie zT. ihre Persönlichkeitsrechte verletzt habe. Letztlich geht es darum, welche Mittel zur Aufdeckung von Missständen legitim sind - wenn auch ein paar Dimensionen kleiner als bei WikiLeaks.

Es gibt sicherlich deutlich spannendere Beispiele - aber als kleiner Einstieg wäre das meines Erachtens schon passend.

(So konstruktiv genug? )
manl1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2011, 23:03   #5
tooobii
Erfahrener Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 04.01.2009
Beiträge: 297
Renommee-Modifikator: 12 tooobii wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Wenn die Spiegel-Affäre hier genannt wird, sollte aber auch die Durchsuchung bei Cicero 2005 berücksichtigt werden. (Google hilft weiter)
tooobii ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.2011, 00:55   #6
synapse87
Regelmässiger Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 22.03.2008
Beiträge: 110
Renommee-Modifikator: 12 synapse87 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Die gesamte Berichterstattung rundum den Amoklauf Winnenden.

Besonders bemerkenswert ist dabei ein "Live"-Bericht von RTL, den der Sender allerdings von allen Plattformen hat entfernen lassen.

http://www.stefan-niggemeier.de/blog...ideo-loeschen/

Edit:

Googlen hilft:
http://www.clipfish.de/video/3014237...-vom-feinsten/

Keine Ahnung, obs dir weiterhilft, insbesondere weil es zu WikiLeaks kaum passt, aber ich hab zu dem Thema (Journalismus und Amoklauf am Beispiel Winnenden) im Rahmen des Moduls "Medienethik" mal ein Referat gehalten. Dabei kam es auf folgende Punkte an:

- Schnelligkeit vs. Qualität: Wieviel Qualitätsverlust ist gerechtfertigt, um die Öffentlichkeit möglichst schnell zu informieren?
- Quantität vs. Heroisierung: Führt übermäßige Berichterstattung zur Heroisierung des Täters? Medien als Verantwortungsträger bzgl. Nachahmungstaten --> Werther-Effekt
- Information vs. Voyeurismus: Wo hört Informationsanspruch auf und wo beginnt Voyeurismus?

Geändert von synapse87 (12.04.2011 um 01:11 Uhr).
synapse87 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.2011, 16:27   #7
Miriam86
Erfahrener Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 01.04.2010
Beiträge: 352
Renommee-Modifikator: 12 Miriam86 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Mir fällt als Grenzfall das Geiseldrama von Gladbeck ein.

Außerdem alles, was mit voller Namensnennung zu tun hat (Amokläufe, besonders grausige Morde und Kindesmissbrauch)
Miriam86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 15:59   #8
manl1
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 18.12.2009
Beiträge: 70
Renommee-Modifikator: 9 manl1 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Zitat:
Zitat von synapse87 Beitrag anzeigen
Die gesamte Berichterstattung rundum den Amoklauf Winnenden.

Besonders bemerkenswert ist dabei ein "Live"-Bericht von RTL, den der Sender allerdings von allen Plattformen hat entfernen lassen.

http://www.stefan-niggemeier.de/blog...ideo-loeschen/

Edit:

Googlen hilft:
http://www.clipfish.de/video/3014237...-vom-feinsten/

Keine Ahnung, obs dir weiterhilft, insbesondere weil es zu WikiLeaks kaum passt, aber ich hab zu dem Thema (Journalismus und Amoklauf am Beispiel Winnenden) im Rahmen des Moduls "Medienethik" mal ein Referat gehalten. Dabei kam es auf folgende Punkte an:

- Schnelligkeit vs. Qualität: Wieviel Qualitätsverlust ist gerechtfertigt, um die Öffentlichkeit möglichst schnell zu informieren?
- Quantität vs. Heroisierung: Führt übermäßige Berichterstattung zur Heroisierung des Täters? Medien als Verantwortungsträger bzgl. Nachahmungstaten --> Werther-Effekt
- Information vs. Voyeurismus: Wo hört Informationsanspruch auf und wo beginnt Voyeurismus?

Nicht nur Winnenden. An den ersten Tagen nach dem Erdbeden in Japan mal die Live-Berichte von n-tv angeschaut? "Jetzt komm schon endlich, du doofer Super-Gau".
manl1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.05.2012, 13:16   #9
Freiheit?
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 25.05.2012
Beiträge: 3
Renommee-Modifikator: 0 Freiheit? wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalistische Grenzfälle?

Schönes Thema, die Seminararbeit will ich lesen !

Also, wenn du mal die Wikipedia-Seite zur "Bildzeitung" besuchst, findest du sicher hunderte von Fällen, die als Einstieg tauglich sind

Es geht wohl insgesamt um die Einhaltung des Pressekodexes*, das Aufstellen eigener journalistischer Grundsätze und um Qualitätsjournalismus versus Sensationsgier.
Darf sich die "Bild" überhaupt Zeitung nennen?

*Die fünf Grundsätze des Presskodexes sind:
- Sorgfältige Recherche
- Schutz der Privatsphäre, Persönlichkeitsrechte
- Schutz der Ehre
- Keine Diskrimierungen
- Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde

Bemerkenswerte Beispiele:
- Der deutsche Presserat hält die Abbildung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen für zulässig.
- Wichtige, auch für die Rechtsprechung bedeutsame Beispiele sind die Caroline-von-Monaco Urteile.
Das vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 2004 gefällte Urteil brachte für die gesamte europäische Presse erhebliche Einschränkungen in den Möglichkeiten der Berichterstattung aus dem Privatleben Prominenter.

Geändert von Freiheit? (27.05.2012 um 16:34 Uhr).
Freiheit? ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2012, 10:44   #10
siREne
Vielgelesenes
Mitglied
 
Registriert seit: 01.05.2011
Beiträge: 49
Renommee-Modifikator: 8 siREne wird positiv eingeschätzt
Standard ... Kollektiver Grenzfall

Ich sammele seit vielen Jahren Beweise zu Grenz-Fällen journalistischer Ethik und unterscheide deshalb gerne zwischen Larifari-Journalisten und solchen, die wirklich investigativ und damit auch integrativ arbeiten.

Die meisten Journalisten machen einen großen Bogen um das machtvolle Kompetenzmonopol der Juristen, weil sie wie die meisten Bürger ihr "rechtes Auge" zuklemmen. Sowas führt dann z. B. zu diesem Grenz-Fall, der noch viele "linke Augen" so weit aufreißen könnte, daß sich das rechte ein wenig mitöffnet:

Klaus-Peter Kerbusk, der große Versicherungskenner, besuchte mich vor vielen Jahren und brauchte 3 Stunden, um zu verstehen, daß es vor allem an Juristen liegt, insbesondere an Rechtsanwälten, wenn Medien immerwieder mal über die Zermürbung von Anspruchstellern berichten. Die letzte große Medienhausse, die von Insidern als bislang größte bezeichnet worden ist, wurde von Klaus-Peter Kerbusk gestartet durch seinen Bericht im SPIEGEL über die Witwe Martina Czaban. Ich hatte mit ihr Kontakt und konnte brisantes Wissen vermitteln. Klaus-Peter Kerbusk bat mich damals, mehrere dramatische Fälle zu recherchieren und für eine Veröffentlichung vorzubereiten, weil nur noch was Massiveres das Interresse vieler Leser finden wird. Ich stellte 8 Fälle zusammen mit sehr viel Aufwand. Leider fand Klaus-Peter Kerbusk dann trotz intensiver Bemühungen in der mehr als 200 Köpfe zählenden Redaktion keinen Kollegen mit Jurastudium, der bereit war, auf eklatante Fehlleistungen in der Rechtswirtschaft hinzuweisen.

Ich hatte danach etliche Kontakte mit Rechtsjournalisten, die aber nicht viel mehr taten als ihre Augen verdrehen, und durfte so schon viele "Grenzfälle" bewundern ...

Es haut also recht viele Journalisten hin, wenn sie versuchen, ihre Wissensgrenze in diesem wichtigen Bereich für die Steuerung gesellschaftlichen Verhaltens zu überschreiten. Und das, obwohl man im Rechtsdschungel Unglaubliches und viel Spannendes entdecken kann ...

Ein Fernglas reicht. Man muß nur das Rädchen zum Scharfstellen finden. Nachdem man sich das von einem Kollegen zeigen lassen könnte, der so viel juristisches Wissen angesammelt hat, daß sogar der rechtspolitische Redakteur des SPIEGEL Dietmar Hipp in Karlsruhe einem fantastischen Konditionierungshebelchen für die Arbeit von Juristen zustimmen mußte nach heftigem E-Mail-Kontakt, kann ich mich nur wundern über den am Boden liegenden deutschen Journalismus und über Leute, die glauben, Politkern könnten irgendwann Gesetze gelingen, an die sich die Plagegeister und Scherenspreizer unserer Zeit halten ...
__________________
__________

PS: Ich habe mit der Werbung unter meinem Nick
nicht das Geringste am Hut.
siREne ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
journalistische Großbaustelle in München zu vergeben... wawawawu Kooperationen & Projekte: 0 29.01.2013 19:51
Was ist journalistische Ethik? BlackBull Recherchefragen - Investigativ 4 13.11.2009 09:51
Steuer: Journalistische Tätigkeit popde Recherchefragen - Investigativ 2 01.10.2008 16:00
Unter Druck- Die journalistische Textwerkstatt admin Fachliteratur - Bücher zum Journalismus 0 01.08.2007 10:59


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 00:39 Uhr.


Powerd by Journalismus.com
Das Internetportal der Journalisten
Copyright © - Journalismus.com - Peter Diesler