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Presserabatte: Hier tauschen Journalisten Infos über Presserabatte aus.
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Alt 14.03.2003, 13:25   #1
unbekannter User (Gast)
 
Beiträge: n/a
Standard Ein paar endgültige Kommentare zu Presserabatten

Liebe Freunde,

um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, will ich die Ergebnisse einer Diskussionsrunde unseres letzten Regionaltreffens diesem Kreis nicht vorenthalten.
Schönen Gruß
Dave

Journalistenrabatte

1) Berufständische Vergünstigungen/Gruppenvergünstigungen
2) Goodwill- (Image-) Vergünstigungen
3) Vergünstigungen zu Berichtszwecken

1) Berufständische Vergünstigungen /Gruppenvergünstigungen
Beschreibung:
Berufständische Vergünstigungen sind Vergünstigungen und Rabatte, die gewährt werden, wenn man einer berufsständischen Vereinigung angehört. Bei Journalisten ist das z.B. der DJV, bei angestellten Ärzten der Marburger Bund usw. Gruppenvergünstigungen basieren auf Verträgen mit Gruppen z.B. den Mitgliedern von Gewerkschaften, Parteien ("SPD-Card") etc.
Berufständische Vergünstigungen werden teilweise von Firmen freiwillig gewährt, dann basieren Sie i.d.R. auf speziellen Risiken/Umsätzen (günstige Kapitallebensversicherungen für (frühablebende) Journalisten, günstige private Krankenversicherung für (im Krankanhaus kostenlos durch Kollegen behandelte) Ärzte). Oft haben die berufsständischen Vereinigungen Verträge mit Anbietern abgeschlossen, dann kann man diese Angebote nicht nur nutzen, man hat darauf sogar einen Rechtsanspruch.
Beispiele:
Gruppenversicherungen (Kranken-, Lebensversicherung), Mietwagen, Handy-Laufzeitverträge
Bewertung:
Gegen berufständige Vergünstigungen ist nichts einzuwenden, teilweise besteht ein Rechtsanspruch auf die Vergünstigungen; die Ersparnis ist meistens nicht sonderlich hoch.
In Zeiten des Rabattgesetzes waren diese Vergünstigung eine Möglichkeit für Firmen mit Rabatten zu werben. Mit der Abschaffung dürfte dieser Anreiz für die Firmen stark sinken.

2) Goodwill- (Image-) Vergünstigungen
Goodwill-Vergünstigungen werden von Firmen freiwillig und ohne Anspruch auf Gegenleistung gewährt. Sie können jederzeit geändert oder auch abgeschafft werden.
Diese Rabatte werden Journalisten gewährt, um das Image der ausgebenden Firma bei der schreibenden Zunft zu heben.
Die Firmen finanzieren ihre Rabatte oft dadurch, daß sie den Einzelhandel ausschalten: Der Journalist kauft direkt beim Hersteller und bekommt z.B. 15 Prozent Rabatt, der Hersteller spart gegenüber dem Verkauf im Einzelhandel 30 Prozent. Die Abwicklung übernimmt die Pressestelle, die ohnehin bezahlt werden muß und so an Kontakte kommt.
Beispiele:
Journalistentarife für Mobilfunk, Online-Dienste; Sonderangebote für Computer; Rabatte bei Reiseveranstaltern, Autoherstellern und Versandhäusern, etc.
Bewertung:
Gemischt. Oft lohnen sich diese Rabatte nicht: Sonderangebote des Einzelhandels sind i.d.R. günstiger. Teilweise auch sehr attraktiv: Fliegen für die Hälfte - das ist doch was. Wäre doch schade, wenn gerade diese Airline Pleite ginge...
Da die Rabatte freiwillig und ohne Anspruch auf Gegenleistung gewährt werden, ist es eine Charakterfrage, was man noch annimmt. Wer so viel Zeit hat, hier überall den Rabatten nachzujagen, hat eigentlich keine Zeit zum arbeiten mehr...

3) Vergünstigungen zu Berichtszwecken
Vergünstigungen zu Berichtszwecken werden gewährt um Journalisten die Möglichkeit zu geben, Dinge zu bewerten, ohne sie (zum vollen Preis) kaufen zu müssen. Oft werden die Gegenstände dabei nur verliehen (Autos, optische und elektronische Geräte), wo das nicht geht (Reisen, Nahrungsmittel, Eintrittsgelder) oder nicht sinnvoll ist (Massenartikel), auch verschenkt.
Der Anbieter erwartet, das sein Produkt anschließend vom Journalisten besprochen wird. Wer das dann nicht leisten kann, kommt auf die "schwarze Liste" (z.B. der Autohersteller). Vergünstigungen zu Berichtszwecken sind eine einfache Möglichkeit an Testgeräte zu kommen, für Freie oft die einzige. Doch widerspricht das Prinzip etlichen journalistischen Grundsätzen: Woher weiß ich, das das, was ich teste auch nacher genauso am Markt angeboten wird? Und vielleicht will ich auch nächstes Jahr nochmal bedacht werden und mildere den Verriss noch etwas ab?
Beispiele:
Testautos, Testkameras, Testcomputer etc.; Pressereisen; Bücher, Tonträger, Eintrittsgelder in Museen
Bewertung:
Hier ist das Schnorrer-Dorado. Der Charakterliche Test für jeden Journalisten.
Wer nie über Kunst schreibt, sollte den vollen Preis bezahlen, wenn er ins Museum geht, oder?
Besonders beliebt: Pressereisen, Testgeräte. Problem ist, das die Schnorrer auf Dauer den Freien das Wasser abgraben. Wenn die Reiseveranstalter z.B. den Zugang zu Pressereisen restriktiver handhaben, kann sich der angestellte Redakteur immer noch über seinen Verlag oder das Objekt anmelden, der Freelancer schaut u.U. in die Röhre.

Übrigens:
Dinge wie Einkaufen bei Metro etc. haben nichts mit Presserabatten zu tun. Metro ist ein Markt für gewerbliche Kunden. Dazu gehören auch freie Journalisten.
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