FAQ-Ausbildung zum Journalist
Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen zur journalistischen Ausbildung.
Autoren:
Dieser Beitrag wurde von Mitgliedern dieses Forums zusammengestellt. Ganz herzlichen Dank geht an Christine, die den Grundstein zu dieser FAQ gelegt hat! Danke.
Ergänzungsvorschläge und Mitarbeit an den FAQ:
Wer an dieser FAQ mitarbeiten möchten, der möge seine Ergänzungen und Hiweise in dem Thread "FAQ at work" posten.Vorschläge die dort erscheinen, werden dann hier in dieses Dokument eingebaut.
Freundlicher Nutzungshinweis:
Wir möchten freundlich daran erinnern, dass so ein Forum auf geben und nehmen beruht. Als Nutzer dieser FAQ und des Forums wirst Du hiermit aufgefordert auch etwas zurückgeben.
Nicht wenige suchen zum Beispiel vor einem Aufnahmetest hier im Forum Rat. Wenn Du dann beispielsweise an einem Volo-Test oder einer Aufnahmeprüfung teilgenommen hast, solltest Du hinterher auch im Forum darüber berichten. (Auch dann, wenn Du nicht bestanden hast.
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FAQ-Ausbildung zum Journalist
Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen zur journalistischen Ausbildung.
Die erste Frage, die sich jede/r stellen sollte, lautet: Warum will ich überhaupt Journalist/in werden?
Diese Frage müsste man häufiger den Ratsuchenden im Forum stellen. Denn die Antwort darauf sind wenig überzeugend. Das, was man zu hören bekommt, deutete stark darauf hin, dass nach wie vor ein Drittel der Abiturienten "irgendwas mit Medien" machen will, wenn man sie nach ihren Berufswünschen fragt, ohne sich aber im Klaren darüber zu sein, was das eigentlich bedeutet.
Nicht wenige scheinen sehr glamouröse Vorstellungen von diesem Beruf zu haben, oft sind das die, die dann Auslandskorrespondent/in eines Fernsehsenders werden wollen - in Washington oder Paris natürlich, nicht in Bukarest oder Kabul. Und natürlich in Festanstellung, ist ja klar.
Folgende Fakten, die der
sächsische Journalistenverband auf seinen Internetseiten zusammengestellt hat, zeigen ein realistischeres Bild:
"Nach einer repräsentativen Erhebung stieg die Zahl der Journalisten in Deutschland in den letzten zwölf Jahren von rund 54.000 auf rund 61.000. Allerdings ist die Zahl der Festangestellten mit rund 36.000 konstant geblieben. 10.000 Journalisten sind arbeitslos - in Sachsen sind es nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit aktuell 70 Journalistinnen und Journalisten.
Trotz der seit 2001anhaltenden Krise in der Medienbranche ist das Interesse bei jungen Leuten für einen journalistischen Beruf weiterhin hoch. Allein für die 30 Hauptfach-Studienplätze am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Uni Hamburg gibt es jährlich bis zu 500 Bewerbungen. In Leipzig sieht es ähnlich aus.
Das Interesse am Beruf ist umso bemerkenswerter, als das Image der Journalisten in der Bevölkerung mit am Ende der Prestige-Skala liege, meint Prof. Siegfried Weischenberg (Uni Hamburg und ehemaliger Bundesvorsitzender des DJV) kürzlich auf dem Landesmedientag in Schwerin."
Welche Ausbildungswege gibt es überhaupt um Journalist zu werden?
Es gibt keine einheitlich geregelten Ausbildungswege. Jeder kann sich Journalist nennen, denn der Journalismus zählt zu den wenigen qualifizierten Berufen in der Bundesrepublik, für die es keine bindenden Ausbildungsvorschriften gibt. Mehr zu den Hintergründen beispielsweise beim
Deutschen Journalistenverband (DJV), wo sich auch Infos zum
Berufsbild nachlesen lassen.
Studium oder Volontariat: Welcher Ausbildungsweg ist besser?
Die Frage stellt sich oftmals gar nicht, denn heutzutage ist oft beides nötig. Die Mehrheit der Journalisten in Deutschland hat ein Hochschulstudium abgeschlossen und dann ein Volontariat oder ein Aufbaustudium Journalistik absolviert oder eine Journalistenschule besucht. Bei den Volontariaten und Journalistenschulen gilt für Bewerbungen in der Regel eine Altersgrenze.
Was muss ich für ein Studium mitbringen?
Die allgemeine Hochschulreife (Abitur), für Fachhochschulen reicht auch die Fachhochschulreife. Die Fähigkeit, eigenständig zu denken und die Bereitschaft, zu lesen. Das hört sich banal an, aber daran mangelt es vielfach, wie jede studentische Hilfskraft, die in einer Hotline oder Beratungsstelle an der Uni arbeitet, bestätigen kann und wird.
Wo sollte ich ein Studium antreten?
Die Entscheidung muss jede/r selbst treffen. Sicherlich wird sie auch von den Zulassungsbeschränkungen der Hochschulen und den eigenen finanziellen Möglichkeiten abhängen. Auf jeden Fall sollte man sich gut über den Studiengang informieren, und wenn möglich auch schon einmal vor Studienbeginn sich einmal in ein paar Vorlesungen für Anfänger (= Grundstudium) an der nächstgelegenen Uni hineingesetzt haben, um einen ersten Eindruck von dem Fach zu bekommen.
Lohnt sich ein Praktikum?
In der Regel ja. Wie sonst will man denn in den Beruf hineinschnuppern? Außerdem entsteht aus einem Praktikum häufig freie Mitarbeit. Um einen Praktikumsplatz zu bekommen, ist meist eine gute Planung nötig, gerade beim Rundfunk (= TV und Radio) ist der Vorlauf lang. Am Anfang sollte man aber eher kleine Brötchen backen, wer noch überhaupt keine journalistische Erfahrung hat, wird kaum ein Praktikum oder eine Hospitanz bei einem Sender bekommen, es sei denn, er ist mit dem Intendanten verwandt. Die Lokalzeitung ist da für den Anfang die bessere Adresse, um erste Arbeitsproben zu bekommen.
Welcher Ausbildungsplatz ist der richtige?
Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Es hängt auch mit den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zusammen. Nicht jeder eignet sich beispielsweise, um vor einem Mikro zu sprechen oder ist gar telegen. Wer ein Volo-Vertrag angeboten bekommt, tut gut daran, sich vorher diese
Checkliste anzusehen und zu vergleichen.
Ich habe hier häufiger auf die Webseiten des DJV verlinkt, darum möchte ich ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass die
Deutsche Journalistinnen und Journalisten Union (DJU), ein Mitgliedsverband von Verdi, die andere große Journalistengewerkschaft ist. Unter anderem gibt es dort das "dju-Hochschulprojekt - Kontakte zum Journalistennachwuchs an Hochschulen".
Welche Medienstudiengänge gibt es?
Eine Übersicht über die verschiedenen Studiengänge bieten beispielsweise der
Medienstudienführer, der
Weiterbildungs-Guide für Journalisten von journalismus.com oder der Webkatalog von und für Journalisten
journalistenlinks.de.
Ich bin mir unsicher, was ich machen soll. Wie sind denn momentan die Aussichten, eine feste Redakteursstelle zu bekommen?
Die Chancen für eine feste Übernahme der Studierenden in eine Redaktion stehen 1:600, hat Wolfgang Kiesel (Autor des Buches "
Von Beruf frei") auf der
DJV-Tagung für junge Journalistinnen und Journalisten im Oktober in Magdeburg gesagt. "Wer aufsteht und denkt: 'Wem schicke ich mal eine Bewerbung?', der hat fast keine Chance", wird Kiesel im Blickpunkt 4/2005 zitiert.