Liebe Ulla_S,
Sie gestatten, dass ich auf Ihren Beitrag direkt eingehe. Vielleicht trägt das dazu bei, einige ja durchaus berechtigte und erwartete Fragen zu Suite101 zu klären. Da wir nichts zu verbergen haben, geben wir auch gerne Antworten. (Unsere deutsche Redaktion befindet sich übrigens in Berlin.)
Eins vorweg: Unser Modell ist - vielleicht - nicht genial, so weit würde ich nicht gehen. Aber es ist ganz sicher nicht irreführend. Wäre es das, so hätte Suite101.com nicht den Erfolg, den es hat.
Die beiden Links, die Sie anführen, sind dabei durchaus aufschlussreich: Der erste enthält Diskussionen aus dem Jahr 2002, also von vor fünf bis sechs Jahren, als - im Zuge der New Economy-Krise - natürlich auch Suite101 in schwierigeres Fahrwasser geriet. Das
damalige Bezahlungsmodell für Autoren (2 US$ per 1.000 Unique Page Views) hatte sich als zweischneidig erwiesen, und möglicherweise war auch nicht jede damalige Entscheidung der Weisheit letzter Schluss...
In diesen fünf bis sechs Jahren hat sich jedoch eine Menge getan: Suite101 hat, im Gegensatz zu vielen Anderen, nicht nur überlebt, sondern steht heute stärker da als je zuvor. In jederlei Hinsicht. Das Honorarmodell ist längst ein anderes. Autoren erhalten einen festgelegten Anteil des Umsatzes, den ihre Artikel generieren. Mit anderen Worten: Verdienen die Autoren nichts, verdient auch Suite101 nichts. Verdienen Autoren gut, verdient auch Suite101 gut. Und das funktioniert, vertraglich geregelt, ganz ausgezeichnet.
Für die im Frühjahr startende deutschsprachige Version von Suite101 zitiere ich einfach mal aus unseren Informationen für Autoren, die sie erhalten,
bevor sie bei uns loslegen:
„Einige unserer englischsprachigen Autoren, die sehr selten veröffentlichen, nehmen monatlich nur einige Dollar ein und sind dennoch glücklich, weil sie z.B. einfach nur gerne über Perserkatzen oder Cricket oder die Geschichte von Massachusetts schreiben, ohne damit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu wollen. Andere, welche die Autorenschaft bei Suite101 regelmäßig als journalistischen Nebenjob betreiben (...), kommen ohne größere Probleme auf mehrere Hundert Dollar im Monat. Sehr fleißige Autoren erzielen auch vierstellige Beträge im Monat. Allerdings wäre es unseriös, dies für die ersten eins, zwei Jahre der deutschen Version in Aussicht zu stellen.
Das Honorar gibt es (...) jeden Monat – unabhängig davon, ob Sie in der gleichen Frequenz weiterschreiben. Auch wenn Sie gar nicht mehr auf Suite101 veröffentlichen, wird der Umsatzanteil für bereits publizierte Texte weitergezahlt. Monate und Jahre. Auch für Zweitverwertungen. Genau das ist es, was wir für eine echte Alternative und Ergänzung für freie Autoren halten - nicht für alle natürlich, aber doch für gar nicht so wenige....“
Genial? Vielleicht nicht. Irreführend? Nein.
Und der Link zur Spam-Diskussion der englischsprachigen Wikipedia aus 2006? Zum einen: Kein Suite101-Autor wird jemals dazu animiert, ermuntert oder aufgerufen, Spam zu verbreiten. Das wäre in der Tat rufschädigend, für uns und die Autoren.
Zum anderen – nur ein vorsichtig geäußerter Gedanke – kann es viele Gründe geben, warum mächtige Wikipedia-Admins gegen eine erfolgreiche Website eingestellt sind, auf der bezahlte Autoren schon weit über 100.000 Sachartikel geschrieben haben und wöchentlich etwa 500 neue schreiben, und diese Seite als irrelevant oder nicht glaubwürdig einstufen ...
Suite101 wächst trotzdem
Schöne Grüße aus Berlin,
Dirk Westphal
Chefredakteur
Suite101 – Das Netzwerk der Autoren
www.suite101.de