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andere Regionen in Deutschland Alles was nicht zu den Medienstandorten passt

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Alt 15.10.2008, 16:21   #1
fauista
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Standard Berlin: FAU-Stammtisch Kultur-Medienbranche

Am Freitag, den 7. November, findet ab 20.00 Uhr ein Stammtisch für Beschäftigte in der Kultur- und Medienbranche statt. Und zwar im Entwederoder, Oderberger Str. 15, Berlin-Prenzlauer Berg. Alle, die sich mal mit KollegInnen austauschen, sich gegenseitig oder die FAU kennenlernen möchten, sind herzlich eingeladen. Enjoy the Union!


Sektion Kultur der FAU Berlin - Selbstdarstellung und Kontakt


Im Kultur- und Medienbereich zu arbeiten, ist eine feine Sache. Nur manchmal beschleicht einen das Gefühl, daß diese Annehmlichkeit teuer erkauft ist und die Realität nicht ganz so prima aussieht.
Beschäftigte im Kultur- und Medienbereich sind unter den ersten, die erfahren, was die schöne neue Arbeitswelt verheißt: Dumpinglöhne, unsichere Beschäftigungsverhältnisse, flexible Verfügbarkeit, entwürdigende Behandlung und oftmals keine soziale Absicherung.

Einige wenige haben die Möglichkeit abzusahnen - für den Preis der Anpassung. Dem gegenüber steht die große Masse derer, die für Einkünfte arbeiten, die im Vergleich zu anderen Branchen unter dem Durchschnitt liegen. Die Chefs praktizieren den Klassenkampf von oben, Tarifverträge und Betriebsräte brauchen sie nicht mehr. Dennoch verharrt die ver.di in ihren alten Bahnen reformistischer Gewerkschaftsarbeit.

Wir können auch anders

In der Sektion Kultur der FAU Berlin hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, die im Kultur- und Medienbereich ihr Geld verdienen - vom Kartenabreißer bis zur Autorin, vom Scheinselbständigen über die Jobberin bis zum Erwerbslosen. Mit dem Ziel, eine selbstorganisierte, kämpferische gewerkschaftliche Alternative aufzubauen. Von Standortlogik, Sozialpartnerschaft und bürokratischen Funktionärsapparaten halten wir nichts, weil wir dabei immer den Kürzeren ziehen werden.

Unsere Stärke sind wir selbst

Wir sind noch nicht viele, aber auch keine Manövriermasse eines Apparates. Bei uns entscheidet die Basis. Die Mittel, um unsere Interessen durchzusetzen, sind direkte Aktionen und Solidarität. Ob Streik, Besetzung, Sabotage oder Boykott - wir haben viele Möglichkeiten, Druck auszuüben. Ein sensibler Punkt der Kultur- und Medienindustrie sind die Konsumenten. An dieser Stelle kann selbst mit wenig Aufwand viel erreicht werden. Es muß nicht gleich ein Boykottaufruf sein, aus unserer Erfahrung reicht manchmal schon die Drohung durch ein Fax.
Worauf es ankommt, ist ein gemeinsames, entschiedenes Vorgehen, mit dem man - unserer Erfahrung nach - mehr erreichen kann als die etablierten Gewerkschaften überhaupt wollen.

Zum Beispiel

Einer Theaterkartenverkäuferin wurde der Lohn für einen Kurzzeitjob länger als ein Jahr vorenthalten. Nachdem ihr Chef einen Brief des Kultursyndikats erhielt, landete der Betrag auf ihrem Konto.
Einem Übersetzer wurde von der taz das Honorar für einen übersetzten Artikel nicht gezahlt. Fünf Leute besetzten das Büro des Chefredakteurs, und er bot eine gütliche Einigung an.
Dies mögen kleine Beispiele sein, aber damit fangen wir an. Und nur auf diesem Weg können wir letztlich auch im großen Maßstab etwas verändern.
Grundlage dafür ist ein solidarischer Zusammenhalt. Der beginnt mit Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Hilfe (dazu gehört auch eine kostenlose Rechtsberatung), was gerade in dieser Branche wichtig ist, wo viele auf sich allein gestellt sind und die Belegschaften oftmals von ihren Chefs gegeneinander ausgespielt werden.

Perspektive

Ob im alternativen Kollektiv, als Freie, als Festangestellter, Jobberin, Schwarzarbeiter oder in staatlichen Zwangsmaßnahmen, gemeinsam ist uns, daß wir im Kapitalismus niemals die Freiheit haben werden, so zu leben und zu arbeiten, wie wir es wollen und über die Inhalte unserer Arbeit zu bestimmen. Dafür bedarf es einer Gesellschaft, in der jeder und jede unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Neigung selbstbestimmt und gleichberechtigt leben kann. Und da wollen wir hin.

Anarchosyndikalismus

Unser Ansatz ist nicht neu, sondern hat eine Tradition und in vielen Ländern eine lebendige Praxis. Wir sind Teil der anarchosyndikalistischen Bewegung und haben uns deshalb mit anderen Branchengruppen in der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) föderiert. Die wiederum ist mit anderen anarchosyndikalistischen Gewerkschaften weltweit - wie etwa der spanischen und französischen CNT und der italienischen USI - in der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) organisiert. So können wir auf eine Solidarität bauen, die nicht vor Branchen- und Staatsgrenzen haltmacht.

Sektion Kultur der FAU Berlin
Straßburgerstr. 38
10405 Berlin
fon: 030-287 008 04
fax: 030-287 008 13
web:http://www.fau.org/syndikate/ksy
myspace: http://www.myspace.com/kultursyndikat
mail: ksy-b@fau.org
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Alt 07.12.2008, 20:29   #2
Peter I.
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Registriert seit: 06.12.2008
Beiträge: 70
Renommee-Modifikator: 10 Peter I. wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Berlin: FAU-Stammtisch Kultur-Medienbranche

Zitat:
Zitat von fauista Beitrag anzeigen
...
Im Kultur- und Medienbereich zu arbeiten, ist eine feine Sache. Nur manchmal beschleicht einen das Gefühl, daß diese Annehmlichkeit teuer erkauft ist und die Realität nicht ganz so prima aussieht.
Beschäftigte im Kultur- und Medienbereich sind unter den ersten, die erfahren, was die schöne neue Arbeitswelt verheißt: Dumpinglöhne, unsichere Beschäftigungsverhältnisse, flexible Verfügbarkeit, entwürdigende Behandlung und oftmals keine soziale Absicherung.
... wobei das nichts spezifisches für die Kulturbranche darstellt.

Zitat:
Einige wenige haben die Möglichkeit abzusahnen - für den Preis der Anpassung.
... das dann schon eher, denn - von eingen wenigen exponierten Stellen abgesehen - kann von Absahnen im Angestelltenbereich nicht die Rede sein. Dividiert man das Gehalt eines "Außertariflichen" durch die Zahl seiner Arbeitsstunden, ergibt sich nicht nur mitunter ein Ergebnis unterhalb des Stundenlohnes, der im Wach-, Reinigungs- oder Friseurgewerbe tarifüblich ist.

Und "Anpassung" in der einen oder anderen Beziehung ist eigentlich fast überall Voraussetzung für eine länger andauernde Beschäftigung.

Zitat:
Zum Beispiel

Einer Theaterkartenverkäuferin wurde der Lohn für einen Kurzzeitjob länger als ein Jahr vorenthalten. Nachdem ihr Chef einen Brief des Kultursyndikats erhielt, landete der Betrag auf ihrem Konto.
Hier stellt sich natürlich die Frage, ob der späte Eingang dieses Schreibens wirklich der Post anzulasten sei ...

Zitat:
Einem Übersetzer wurde von der taz das Honorar für einen übersetzten Artikel nicht gezahlt. Fünf Leute besetzten das Büro des Chefredakteurs, und er bot eine gütliche Einigung an.
Ich meine, daß die denkbaren und die üblichen Reaktionen in diesem, dem vorigen und in vielen anderen Beispielen ungeeignet sind, zu einer langen Fortdauer des Arbeitsverhältnisses beizutragen. Ob das aber bei einem Auftraggeber, der nichts zahlt, für dessen Gegenüber dann ein großer Verlust ist, fragt sich. Diese denkbaren und auch die üblichen Reaktionen näher zu betrachten, könnte in einem Forum als Rechtsberatung ausgelegt werden und diese ist verboten.

Peter
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