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Umfrage: Sollen Jobofferten mit einer Honorarhöhe von 3 Cent pro Wort im Jobforum veröffentlich werden?
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Sollen Jobofferten mit einer Honorarhöhe von 3 Cent pro Wort im Jobforum veröffentlich werden?

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Alt 15.09.2011, 05:15   #76
Thorsten Taplik
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Auch wenn die Entscheidung schon gefallen ist, möchte ich mir dennoch einen Kommentar nicht verkneifen.

Warum Jobangebote nach der offerierten Bezahlung ausfiltern? Ich traue jedem zu, selber entscheiden zu können, ob er für ein paar Cent pro Wort arbeiten möchte. Sicher, seine journalistischen Qualitäten wird man für diese Preise nicht zur Verfügung stellen. Aber nicht jedes Forum-Mitglied ist hauptberuflich Journalist. Es gibt hier auch Leute, die daran interessiert sind, ihr Schreibtalent für andere Textformen einzubringen - mich eingeschlossen.

Ja, das hier ist ein Forum für Journalismus und Aufträge für Texter findet man auch anderswo. Aber was wäre falsch daran, nebenher ein interessantes Jobangebot zu finden, das mich eben nicht als Journalist, sondern "nur" als Texter fordert?

Viele machen solche Low-Budget-Angebote für die Senkung der Profi-Honorare verantwortlich. Ist doch Humbug! Wer keine bessere Arbeit liefert als ein Hobbyist, verdient auch (in beiderlei Hinsicht) nicht mehr. Dann muss man nicht die Leute, die sich nebenbei ein paar Euro verdienen wollen, als Kaputtmacher bezichtigen, sondern muss eben Leistungen erbringen, die außergewöhnlich sind. Es war doch nie anders! Mir geht dieser Fatalismus echt auf den Keks.

Ob es clever war, gleich mit einem kontroversen Beitrag einzusteigen? Hallo, jedenfalls!
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Alt 20.09.2011, 09:40   #77
Reporterin
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Erst mal herzlich Willkommen.

Gehen Sie mal auf „my hammer“, das ist das selbe in grün. Menschen, die davon leben müssen, werden von „Nur-mal-so-Leuten“ ausgestochen.

Wenn man nur mal so texten möchte, kann man z. B. zum Wochenblatt, zur Schülerzeitung gehen oder sich bei seiner Mitarbeiterzeitung im Unternehmen einbringen. Man kann auch ein Blog einrichten. Aber das „Nur-mal-so-Schreiber“ die Honorare nicht kaputt machen, das ist falsch.

Sprechen Sie einmal mit echten Journalisten und fragen Sie sie, was die Verlage bezahlen. Je höher ein Journalist spezialisiert ist, desto weniger verdient er. Glauben Sie nicht? Doch, es ist so, ganz einfach weil folgendes passiert: Es gibt Fachzeitschriften und je stärker fachspezifisch sie ausgerichtet sind, desto niedriger ist die Auflage. Je niedriger die Auflage, desto niedriger das Honorar für den Fachjournalisten. Schauen Sie sich hier auf Journalismus.com mal den Honorarspiegel an.........
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Alt 26.09.2011, 19:20   #78
Texte-Büro
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Dass eine Zeitschrift eine niedrigere Auflage hat, heißt nicht zwingend, dass weniger Umsatz gemacht bzw. ein geringeres Honorar gezahlt wird. Sollte der Verkaufspreis bei der Fachzeitschrift zum Beispiel bei 7 oder 8 Euro liegen, könnte das die geringe Auflage wirtschaftlich wieder kompensieren.
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Alt 27.09.2011, 17:33   #79
pfeffernelke
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Ich möchte mich zu Wort melden!
Ich bin so ein Kandidat, der um 1,2 oder auch 3 Cent schreibt.
Es geht bei diesen Texten wirklich nicht um die Qualität. Zu Anfang hab ich gut verdient, weil ja die Qualität nicht wichtig war. 10 Texte schreibe ich in der Stunde locker zu 250 Wörtern. Es geht hier aber nur um Artikelverzeichnisse und Shopbeschreibungen. SEO Texte wie sie gerne bezeichnet werden. Aber mittlerweile bin ich diese Fließbandarbeit auch satt.

Das Schlimme sind gar nicht die Preise, sondern die AG, die sich wie Götter aufführen. "Das war zu wenig Recherche" oder "zu allgemein." Wenn ich einen 1 Cent Auftrag annehme, schreibe ich allgemein, nicht mehr und nicht weniger. Erklärt man das den netten AGs, ist man natürlich den Job los.

Das eigentliche Problem ist das, dass sich viele AGs einfach nicht mehr melden, nicht zahlen oder ihre Firmen schließen. Kein Wunder, bei den Einnahmen.

Ich habe ein paar nette private AGs, die sind mir seit Jahren treu. Diese sind mit der Qualität zufrieden, bezahlen sofort nach Erhalt der Texte. Am ärgsten sind Agenturen. Diese zahlen 0,008 Cent und noch weniger. Sie verstecken sich hinter gefälschten Namen und zahlen das Gehalt 30 Tage nach Monatsende. Leider habe ich schon viel mitgemacht. Qualität hat ihren Preis, das ist mir auch bewusst. Durch die SEO-Texte hab ich einiges an Stil verloren und muss jetzt kämpfen.




Vielleicht hat jemand Ideen für mich, wo ich Auftraggeber finde, die „mittelmäßig“ gut bezahlen. Ich bin bereit einiges zu lernen, aber da es bei solchen Dumpingpreis AGs keine Kritik gibt, hilft mir das nur wenig. 1 Cent ist wirklich die Schmerzgrenze. Wobei, würde ich von allen 2 Cent pro Wort bekommen, lässt es sich schon gut leben. Drei bis vier News in der Stunde online stellen, sollte drinnen sein.
Ich würde mich auch niemals als Journalist bezeichnen. Eher noch als Onlineredakteur. Solche gibt es in vielen Bereichen. Das Material ist großteils vorhanden und muss umgeschrieben werden. (Promiklatsch zb.) So machen es viele Onlinemagazine. Als Journalist muss man recherchieren, von A nach B fahren etc. Da ist ein angemessenes Gehalt natürlich auch nötig. Deswegen sollte man diese beiden Bereiche nicht vergleichen. Nein, solche Angebote gehören hier nicht direkt in die Jobbörse. Aber ihr könnt sie mir gerne weiter leiten Tipp: Ein interner Pool wäre nicht schlecht. Texter, die Zeit und Lust haben, bekommen Mails mit solchen Angeboten. So hat jeder etwas davon.
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Alt 06.10.2011, 02:50   #80
Tom Schmidt
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

"Agenten für Telefonakquise" ; "Die Aperto AG sucht einen Infografik-Redakteur".." sucht einen Berater Campaigning"...." sucht einen Werkstudenten Online-Redaktion"......."sucht einen Junior Online-Redakteur"....... Was haben solche "Jobangebote" hier zu suchen? Langsam frage ich mich: "Wie unabhängig ist Peter Diesler und welche Alibi - Funktion hat seine Umfrage? Entweder: Der Admin pennt oder kassiert? Seriöse Jobangebote gibt es auf Journalismus.com selten. Deshalb.....Nie wieder!
Tom Schmidt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2011, 11:26   #81
schmidii
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Hallo,

ich möcht mich jetzt mal zu diesem Thema äussern.

Bin also eher Auftraggeber (betreibe Onlineportale im Wirtschaftsbereich). Ich finde grundsätzlich das Dumpingpreise, egal in welchem Arbeitsfeld, nicht sein dürfen.

Wir sind im Onlinebusiness jedoch extremer Konkurenz ausgesetzt. Insb. kleinere Anbieter ohne eigene Redaktion stehen unter enormem Kostendruck.

Daher kommt man manchmal nicht drumherum auch günstige Angebote anzunehmen (wohlwissend das die Qualität dementsprechend ist). Manchmal setzt man auch mit Absicht erstmal auf minderwertige Texte da man erstmal Inhalte produzieren muss (die dann meist kaum Menschen sehen aber erstmal in die Datenbestände von Maschinen übernommen werden) um Sie später nach und nach durch höherwertige zu ersetzen (das hat mehr mit der seo geschichte zu tun....)


Ist man aber bereit gutes Geld zu zahlen ist meine Erfahrung die folgende:
Obwohl ganz klar bei der Auftragsvergabe qualitativ hochwertige Nutzwerttexte gefordert werden, erhalte ich trotzdem Angebote von Textern (auch hier aus dem Forum) im unteren Preisbereich. Ok, die muss man ja dann nicht annehmen...da man weiss was kommt.

Jedoch ist schon häufiger vorgekommen das dann auch Texter im höheren Preissegment 0815 Texte abliefern. Bei Reklamation oder bitte um Nacharbeit wird mit Gutachter/Anwalt gedroht und jede weitere zusammenarbeit ausgeschlossen.
Und hierbei handelt es sich um Personen die bereits 20-30 Jahre als Wirtschaftsredakteure arbeiten.
Meine Erfahrung ist also eher die, das auch Gestandene Texter im Wirtschafts und Finanzbereich trotz ordentlicher Bezahlung minderwertiges Material abliefern. (gerade wieder beim letzten Text vorgekommen, ursprünglicher Kontakt zum Texter wurde auch hier im Forum geknüpft).

Ganz nach dem Motto: Für die kleinen Onlineanbieter machen wir uns nicht verrückt. Die Kohle nehm ich schnell mit, für einen langwierigen Rechtstreit haben die weder Zeit noch Geld.
Was ich damit sagen will. Auch gestandene Texter, die es eigentlich nicht nötig hätten, machen den Markt mit solch einem überheblichem Verhalten kaputt. Schnelles Geld ist auch bei euch gefragt...
Und viele sind nur gewillt sich für Stern und Springer ins Zeug zu legen.

Aus meiner Sicht ist es also eher schwer für gutes Geld gute Texte zu bekommen.

Daher bin ich mittlerweile sogar dazu übergegangen hochwertige Texte mit grossem Rechercheaufwand wieder selbst zu schreiben, das dauert zwar viel länger und die müssen dann evt. noch korrekturgelesen werden aber da weiss man was man hat und ich geb nicht 4 stellige Beträge aus um dann Standardtexte zu erhalten die ein erfahrener Texter einfach so ohne Recherche runterrasseln kann.


Ein anderer Weg ist es sich seine eigenen Texter "zu ziehen" und günstige Anbieter nach und nach aufzubauen. Anders geht es leider oft nicht.


Das nur mal als Denkanstoss aus Auftragsgebersicht.
schmidii ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2011, 16:28   #82
pfeffernelke
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Renommee-Modifikator: 0 pfeffernelke wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

@schmidii
Das ist natürlich ärgerlich und ich glaube es dir aufs Wort. Es gibt halt welche, die sich gut verkaufen können, aber null Qualität abliefern. Weil viele glauben, der Kunde bemerkt den Unterschied ja sowieso nicht.

Manche Journalisten sollten mal von ihrem hohen Ross runterkommen. Nur weil jemand studiert hat, ist er noch lange nichts besseres. Ich unterstütze auch keine Dumpingpreise. Aber ab 2 Cent, kann man davon durchaus leben. Teilweise verstehe ich die Aufregung nicht. In einer Zeitung bekommt man auch nur ein paar Euros pro Zeile.
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Alt 24.10.2011, 18:44   #83
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Zitat:
Zitat von schmidii Beitrag anzeigen
Hallo,

ich möcht mich jetzt mal zu diesem Thema äussern.

Bin also eher Auftraggeber (betreibe Onlineportale im Wirtschaftsbereich).

Jedoch ist schon häufiger vorgekommen das dann auch Texter im höheren Preissegment 0815 Texte abliefern. Bei Reklamation oder bitte um Nacharbeit wird mit Gutachter/Anwalt gedroht und jede weitere zusammenarbeit ausgeschlossen.
Und hierbei handelt es sich um Personen die bereits 20-30 Jahre als Wirtschaftsredakteure arbeiten.
Das nur mal als Denkanstoss aus Auftragsgebersicht.
Entschuldigung, aber das kann ich mir kaum vorstellen, dass hier (viele) hauptberufliche Journalisten surfen, die schon Jahrzehnte am Markt sind.

Allein das Wording der Beiträge zeigt, dass die User hier, entweder noch nicht lange dabei sind, und / oder noch nicht viel geschrieben haben.

Und nein, ich will nicht behaupten, dass Sie die Unwahrheit sagen. Vielmehr vermute ich, dass Ihnen die Anbieter da einen Bären aufbinden.
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Alt 28.10.2011, 14:33   #84
Reporterin
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Zitat:
Zitat von pfeffernelke Beitrag anzeigen
Manche Journalisten sollten mal von ihrem hohen Ross runterkommen. Nur weil jemand studiert hat, ist er noch lange nichts besseres. Ich unterstütze auch keine Dumpingpreise. Aber ab 2 Cent, kann man davon durchaus leben. Teilweise verstehe ich die Aufregung nicht. In einer Zeitung bekommt man auch nur ein paar Euros pro Zeile.
Das ist doch keine Frage des "hohen Rosses", sondern eine Frage der Existenz. Du kannst nicht nur arbeiten, um davon "durchaus leben zu können". Ist dir klar, dass du keine weiteren Zuwendungen bekommst?
Hast du eine Lebensversicherung?
Bist du in der Berufsgenossenschaft?
Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Zahlst du eigene Rentenbeiträge bzw. ein Äquivalent (Riester ist keine Option)?
Hast du eine Rechtsschutzversicherung?
Bist du in einem Journalistenverband?
Hast du eine Haftpflichtversicherung - auf deinen Beruf abgestellt?

Wir, die wir das professionell machen, haben jede Menge Versicherungen zu zahlen. Die Rente, falls wir sowas überhaupt bekommen, wird nicht ansatzweise reichen. Was willst du tun, wenn du plötzlich (durch Unfall oder Krankheit) arbeitsunfähig wirst? Was machst du, wenn du chronisch krank wirst? Fast 20 % der Bundesbürger haben eine chronische Krankheit.

Ich lese schon, du bist noch seeehr jung. Und das gönne ich dir auch.

Aber, und das geht an alle hier, lasst euch bloß beraten, welche Versicherungen ihr abschließen solltet und welche Institutionen ihr braucht.
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Alt 03.11.2011, 14:37   #85
CJ-at-DD
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Standard AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?

Hallo allerseits,

zum Thema möchte ich kurz beitragen, dass ich bereits Preislagen von unter einem Cent pro Anschlag (incl. Leerzeichen) zu beginnendem Dumping rechne. Qualifizierter Journalismus lässt sich nicht für trocken Brot erkaufen. Und Texte im Bereich der Suchmaschinenoptimierung halte ich prinzipiell nicht für Journalismus. Das ist reines Produktmarketing, dazu bedarf es keiner Recherche, dazu bedarf es ebensowenig einer fundierten thematischen Vorkenntnis.

Nicht alles, was geschliffene Schreibweise beinhaltet und irgendorts publiziert wird, ist Journalismus. Dass sich, wie weiter unten bereits berichtet wurde, SEO-Fließbandarbeit finanziell rechnet, glaube ich bedenkenlos. Sollte man auch, ist ebenso harte Arbeit. Gerade bei einer Umfrage wie dieser werden hier jedoch Angebotssegmente vermengt, die so nichts miteinander zu tun haben. Man fragt ja auch nicht Landschaftsarchitekten nach ihren Lohnvorstellungen, nur um später zu erfahren, Gärtner seien recht billiger.

Meine Meinung: Angebote für drei Cent pro Wort und weniger gehören auf Plattformen ihrer Art veröffentlicht. In einem Forum für Journalisten wirken sie sowohl den ernsthaften Autoren desinteger, sie schrecken aber auch potentielle Neu- und Jungjournalisten ab, die hier - beispielsweise über die Google-Suche - landen, um sich vorab über das Berufsbild des Journalisten zu informieren.

Ich selbst würde nie für drei Cent pro Wort oder gar weniger im journalistischen Bereich arbeiten. Solch freche Angebote wären mir nicht einmal die Beantwortung wert. Bin ich in der Stimmung, kostenfrei oder für low budget zu schreiben, wende ich mich dann lieber noch an thematisch ansprechende Blogs. Da hab ich mehr von. Vor allem auch die Gewissheit, vom dortigen Redakteur ein ehrliches, sympathieträchtiges Dankeschön erwarten zu dürfen.

Das allein finde ich bereits befriedigender als die Arbeit zu Dumpinglöhnen wie 3 Cent pro Wort für anonyme Redaktionen irgendwelcher Onlineshops oder Schreibstuben. Drei Cent pro Wort im Journalismus - eine Frechheit. Da verdient man auf dem Bau noch besser.



MfG,

CJ
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Alt 05.11.2011, 19:11   #86
schmidii
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Zitat:
Entschuldigung, aber das kann ich mir kaum vorstellen, dass hier (viele) hauptberufliche Journalisten surfen, die schon Jahrzehnte am Markt sind.
Wie kommen sie drauf?, das hat ja auch niemand behauptet.


Zitat:
Und nein, ich will nicht behaupten, dass Sie die Unwahrheit sagen. Vielmehr vermute ich, dass Ihnen die Anbieter da einen Bären aufbinden.

Negativ. In den Konkreten Fällen die ich angeschprochen habe sind eindeutige Referenzen und Nachweise vorhanden. Denken Sie denn im ernst das ich hochpreisige Aufträge vergebe ohne vorherige Prüfung...?


Zitat:
Wir, die wir das professionell machen, haben jede Menge Versicherungen zu zahlen. Die Rente, falls wir sowas überhaupt bekommen, wird nicht ansatzweise reichen. Was willst du tun, wenn du plötzlich (durch Unfall oder Krankheit) arbeitsunfähig wirst? Was machst du, wenn du chronisch krank wirst? Fast 20 % der Bundesbürger haben eine chronische Krankheit.

Wilkommen im Club. Ungefähr 50 Millionen Bundesbürgern geht es genauso...
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Alt 30.11.2011, 10:04   #87
elsei
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Ich denke auch, dass gerade durch die Online Medien ein enormer Druck entstanden ist. Angebote werden eingestellt und auch gute Journalisten sind zu Dumping gezwungen, denn viele entscheiden zuerst nach dem Preis.
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Alt 02.12.2011, 09:14   #88
Il(l)u
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Ach Gott, was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Ich habe noch die Presse der 90er im Kopf. Da war die Presse der Handlanger von den Leiarbeitsfirmen, Raubtiertierkapitalisten und Co.
Die Journalisten sind nur zum Schluss zur Schlachtbank geführt worden. Und irgendwie, empfinde ich sogar eine gewisse Schadenfreude, wenn ich von brutto Löhnen unter 2500,- € höre!

Und zum anderen sind Artikel für 3 Cent das Wort keine journalistischen Erzeugnisse. Für das Zeug was da gefordert wird, kann man mit 3 Cent verdammt gut leben und jeder halbwegs begabte Hauptschüler kann damit mindestes so viel verdienen wie ein Maurer. Ich kenne Leute die lesen sich kurz ins Thema ein und reisen 10.000 Wörter plus X am Tag runter. Wo ist das Problem?

Zitat:
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Ich denke auch, dass gerade durch die Online Medien ein enormer Druck entstanden ist. Angebote werden eingestellt und auch gute Journalisten sind zu Dumping gezwungen, denn viele entscheiden zuerst nach dem Preis.
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Alt 02.12.2011, 10:51   #89
Il(l)u
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Zitat:
Zitat von Thorsten Taplik Beitrag anzeigen
Viele machen solche Low-Budget-Angebote für die Senkung der Profi-Honorare verantwortlich. Ist doch Humbug! Wer keine bessere Arbeit liefert als ein Hobbyist, verdient auch (in beiderlei Hinsicht) nicht mehr. Dann muss man nicht die Leute, die sich nebenbei ein paar Euro verdienen wollen, als Kaputtmacher bezichtigen, sondern muss eben Leistungen erbringen, die außergewöhnlich sind. Es war doch nie anders! Mir geht dieser Fatalismus echt auf den Keks.
Yep, genau das ist der Punkt! Und für vieles reicht ein einfacher Text auch vollkommen aus. Das man damit nicht den Pulitzer-Preis gewinnen kann ist klar. Aber ich kenne Leute die damit verdammt gut verdienen und Auftraggeber die mit der Qualität glücklich sind. Aber ich kenne auch Leute, die sich Journalisten nennen und selbst zum texten zu blöde sind. Und die beklagen sich natürlich! Die hätten vor 20 Jahren aber nicht einmal bei einer Dorfzeitung nen Job bekommen. Heute dürfen die sogar in Zeitungen von Mittelgroßen Städten für Zeilenhonorar schreiben.
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Alt 02.12.2011, 11:10   #90
Nemi217
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Zitat:
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Ich denke auch, dass gerade durch die Online Medien ein enormer Druck entstanden ist. Angebote werden eingestellt und auch gute Journalisten sind zu Dumping gezwungen, denn viele entscheiden zuerst nach dem Preis.
Das kann ich leider so bestätigen. Die Frage nach dem Preis für Texte überwiegt - und das oft, ohne Arbeitsproben gesehen zu haben. Macht man dann sein Angebot, hört man dann gar nichts mehr von den "Kunden". Natürlich ist das wenig seriös, da bin ich auch nicht böse, wenn die Kooperation nicht klappt.
Aber wenn ich mich ständig rechtfertigen muss, warum ich denn jetzt so viel Geld für meine Arbeit haben will, ist das sehr ermüdend und nicht motivierend. Ja, da hängt eine Existenz davon ab! Rechnungen und Versicherungen wollen bezahlt werden, Miete und Lebenshaltungskosten steigen. Mit Dumping funktioniert das nicht. Jeder will doch für seine Leistung agemessen bezahlt werden. Aber um die zu erfüllen, sollte man auch genau mit dem, Kunden absprechen, was er will. Ich habe schon erlebt, dass man mir eine Liste Keywords zusendete mit dem Kommentar: "Machen Sie mal." Meine weiteren Fragen zu dem Auftrag (Zielgruppe, Medium etc) wurden so beantwortet: "Wenn Sie das nicht können, kommen wir nicht ins Geschäft."
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