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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 22.02.2012, 11:09   #1
Valeri
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Standard Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Hallo.

Ich spiele mit dem Gedanken nach dem Studium ein Volontariat zu machen und habe 1000 Fragen. Ihr lest solche Texte hier wahrscheinlich oft und könnt und wollt nicht mehr die gleichen Fragen immer und immer wieder durchkauen. Ich bitte euch aber dennoch euch zusammenzureißen und meine Fragen zu beantworten. Mir würde das sehr helfen!
Ich bin Student der Japanologie und DaF und bin voraussichtlich im Sommer 2013, mit 27 Jahren mit dem Studium fertig. Ich habe über Umwege mein Abitur gemacht und bin deswegen so alt. Ich habe während meiner Schulzeit viel geschrieben, aber nichts veröffentlicht. Ich hatte schon immer eine Affinität zum Schreiben und wurde auch von allen Seiten für meine Texte gelobt. Ich habe viele Kurzgeschichten, Berichte und mehr verfasst. In dieser Zeit habe ich auch den Wunsch entwickelt Journalist zu werden. Aber wie das Leben so spielt kamen andere Dinge dazwischen, und mit der Zeit habe ich immer weniger und weniger geschrieben. Ich habe aber immer noch wahnsinnig viel Spaß am Schreiben und spiele sehr gerne mit der Sprache. Ich recherchiere und reise gerne, bin sehr neugierig usw. Eigentlich ist dieser Beruf wie gemacht für mich und mein größter Traum. Ich war aber so sehr mit anderen Dingen und dem Studium beschäftigt, dass ich das alles fast vergessen hatte. Erst vor Kurzem ist mir eingefallen, dass ich trotz meiner Fächer oder vielleicht sogar gerade aufgrund meiner Fächer immer noch Journalist werden kann, als ich las, dass heutzutage für ein Volontariat ein Hochschulabschluß Pflicht ist.

Nach dem romantischen Vorgeplänkel jetzt zur harten Realität:
- Ich habe noch nie was veröffentlicht (außer einer Kurzgeschichte in unserer Abizeitung)
- Habe keine Ahnung von der Arbeit in einer Redaktion.

Jetzt habe ich mich ein wenig umgeschaut und schlau gemacht. Die Anforderungen an einen Volontär sind eigentlich unverschämt hoch in Relation zum Gehalt. Man sollte einen Uniabschluß vorweisen UND möglichst viel Erfahrung mitbringen, eine natürliche Begabung fürs Schreiben, Arbeitsproben und goldene Finger haben. Wenn man all diese Voraussetzungen erfüllt, darf man sich auf ein Gehalt von durchschnittlich 1200 Euro Brutto freuen. Euphorie...

Meine Fragen:

1. Traum hin oder her - ist es das wirklich wert? Was denkt ihr? Ich habe immerhin viel Zeit, Geld und Mühe in mein Studium investiert. Um die anderen Anforderungen zu erfüllen müsste ich zwischen den Semestern, meine sowieso sehr knapp bemessene Zeit und Geld in Praktika investieren, NUR um eine Chance auf ein schlecht bezahltes Volontariat zu bekommen.

2. Ich denke, dass mir der ganze Aufwand es wert wäre. Noch zwei Jahre mit einem lächerlichen Gehalt leben und dann aber richtig durchstarten! Oder doch nicht? Aus Einträgen hier und anderen Foren schließe ich, dass ich als Journalist keine rosige Zukunft vor mir habe. Mich interessiert wie viel von dem ganzen Gejammer wahr ist, oder ob es nicht doch total überzogen ist. Eine Redakteurin schrieb hier irgendwo, dass sie 2000 Euro brutto verdienen würde und in den nächsten Jahren wohl damit rechnet auf 2200 aufgestockt zu werden. Ist das meine Zukunft? 2200 Brutto Als Akademiker mit Auslandserfahrung und abgeschlossenem Volontariat? Darauf hoffen, dass ich überhaupt irgendwo unterkomme und das zu einem Dumpinglohn? Ich weiß, dass es in Deutschland Tradition ist sich ständig zu beschweren, auch wenn es einem noch so gut geht. Ich bin nicht naiv und weiß, dass das Leben schwer ist und als Journalist anscheinend ganz besonders schwer Aber ich hätte einfach gerne eine objektive Bewertung der Relation von Arbeitsaufwand zu Gehalt und Jobchancen nach der Ausbildung.

3. Ich habe bis jetzt meine Karriere auf den Beruf des Sprachlehrers ausgerichtet. Neben ehrenamtlichen Tätigkeiten als Deutschlehrer für Migranten habe ich zudem ein Jahr in Japan als Sprachlehrer gearbeitet. Helfen mir solche Referenzen, die ja nicht direkt was mit dem Beruf zu tun haben, bei einer Bewerbung weiter? Zudem spreche ich fünf Sprachen, sicher nicht ganz unvorteilhaft oder?

4. Welche Möglichkeiten gibt es im journalistischen Bereich tätig zu werden und zwar so, dass es sich mit dem Studium vereinbaren ließe? Wenn ich das durchziehen will, muss ich möglichst bald anfangen Erfahrung zu sammeln, damit ich später was vorweisen kann. Ich habe nämlich keine Ahnung, wie ich an einen Job in einer Redaktion kommen soll, ohne je ein Praktikum in diesem Bereich gemacht zu haben. Wer würde mich denn nehmen? Ich würde gerne Artikel für (Internet-) Zeitschriften, Zeitungen etc. verfassen, auch unentgeltlich. Die Hauptsache ist, dass ich einen Fuß reinbekomme und schreiben darf.

Es wäre echt super, wenn sich jemand die Zeit nehmen würde und meine Fragen beantworten könnte!
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Alt 22.02.2012, 18:22   #2
punky
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Gegenfrage: Welche Alternative hättest du denn mit dem Studium? Als Spachlehrer oder Dolmetscher verdient man auch nicht so toll, oder?
Und um in die Wirtschaft zu gehen, bräuchtest du sicher auch Praktika.
Ich weiß, dass z.B. die Leiter von Deutschkursen für Migranten auch ganz schön zu kämpfen haben, was das Gehalt angeht.
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Alt 22.02.2012, 22:10   #3
Valeri
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Die Alternative wäre innerbetriebliche Fortbildungen zu konzipieren und zu leiten. Nicht nur sprachliche sondern auch interkulturelle Kompetenz zu vermitteln oder aber auch als Berater bzw. Repräsentant einer Firma. Vorallem international agierenden Unternehmen wie BASF oder Chrysler bieten ihren Mitarbeitern regelmäßig Fortbildungen etc. an und hier ist die Bezahlung mehr als anständig. Oder die Leitung von entsprechenden Unternehmen (z.B. VHS) im Ausland, speziell in Asien (die Bewerberzahl für solche Posten ist sehr klein), Goethe-Institut und so weiter und so fort.

Deswegen bin ich ja so hin- und hergerissen. Journalist wäre mein absoluter Traumjob. Aber ich will eben auch finanzielle Sicherheit, wenn auch nicht am Anfang meines Berufslebens, dann doch zumindest eine reelle Chance auf eine Festeinstellung oder zumindest finanzielle Unabhängigkeit.
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Alt 22.02.2012, 23:01   #4
Il(l)u
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Klarer Fall, gehe Manager trainieren oder noch besser übernehme gleich den Repräsentanten Posten! Ernert den Mann, ist sinnvoll, macht spass und man sieht viel von der Welt! Und unter uns, man kann viel Sex haben!

Kannst dann nebenbei ja Bücher schreiben. Die sind dann wenigstens fundiert!

Andere Frage: wo hättest Du im Journalismus eine echte Kompetenz?
Wenn Du mit irgend einer Kompetenz (wens nicht gerade Film & Literatur ist) irgend eine Lücke füllen kannst, ist auch Journalismus easy! Wenn nicht ists haarig!
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Geändert von Il(l)u (22.02.2012 um 23:11 Uhr).
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Alt 22.02.2012, 23:19   #5
punky
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Vielleicht findest du ja eine Möglichkeit, die beiden Seiten miteinander zu verbinden. Ich kenne mich auf dem Fachzeitschriften-Markt nicht aus, aber es wenn du Seminare leiten kannst, kannst du dein Wissen sicher auch in Artikel verpacken. Z.B. ein Portait schreiben über einen jungen Manager, der in Japan neu anfängt...eben über die Sachen, die dir im Job dann eh begegnen werden - und das ganze gepaart mit dem entsprechenden Fachwissen. Schließlich wird nicht jeder dann ein Interview mit dem neuen japanischen Arbeitskollegen führen können...
punky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.02.2012, 01:11   #6
Il(l)u
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Zitat:
Zitat von punky Beitrag anzeigen
... aber wenn du Seminare leiten kannst, kannst du dein Wissen sicher auch in Artikel verpacken.
Hey, das ist einer der Kernkompetenzen von allen die Philologie studieren. Germanisten, Japanologen (wusste garnicht das dass so heißt), Anglisten, Orientalisten usw..
Irgend einer muss unseren Managern und Polit-Schwachmaten doch erklären das man nicht überall mit Messer und Gabel isst!
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Alt 23.02.2012, 18:53   #7
punky
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@ Il(l)u: Nicht jeder, der solche Fächer studiert, kann automatisch gut reden und schreiben. Ich denke auch in Anglisik oder Germanistik werden genug schlechte Referate gehalten. (Habe mir sogar bei manchen Lehramtsstudenten überlegt, wie die jemals vor einer Klasse stehen wollen.)
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Alt 28.02.2012, 19:58   #8
babsi
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Hallo Valeri,

ich weiß, dass es nicht einfach ist zu entscheiden, welchen Berufsweg man einschlagen soll. Für den Journalismus brauchst du Leidenschaft, da man im Geld nicht schwimmen wird. Es sei denn, du wirst bei ZDF, ARD oder MDR eingestellt...Und im Journalismus arbeitet man auch am Wochenende oder abends. Aber ehrlich gesagt...verdient man denn als Sprachlehrer so viel mehr?

Wenn du dich entscheidest, dich um ein Volo zu bewerben, brauchst du unbedingt Praktika. Ohne geht es nicht. Ich habe Germanistik und Anglistik studiert (Bachelor und Master) und während des Studiums ein Paar Praktika gemacht (in einer Pressestelle und einer Online-Redaktion). Mit diesen Kompetenzen habe ich nicht mal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen...
Dann habe ich eine Journalistenschule für "Migranten" in Berlin besucht und Praktika bei berühmten Tageszeitungen absolviert. Dann sah alles anders aus. Ich habe mich bei mehreren Regionalzeitungen beworben und sogar drei Volo-Plätze angeboten bekommen (und Deutsch ist nicht mal meine Muttersprache!).
Mein Volo wird nach Tarif bezahlt, das ist genug für mich und ich kann tun, was ich mag.

Also mein Rat: Probier mal, ein Praktikum zu machen, dann kannst du sehen, ob Journalismus der richtige Weg für dich ist. Es gibt Verlage, die 4 oder 6-wöchige Praktika anbieten. So ein Praktikum lässt sich mit dem Studium gut vereinbaren, oder? Und immer im Bezug auf Praktikumsmöglichkeiten: Wo wohnst du?

Grüße,
Barbara
babsi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2012, 20:29   #9
Chinaski
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Mein Gott, wenn ich schon "Menschliche Schicksale" lese....


...dann sehe ich, ich sehe...


..eine große Karriere bei der Bunten, eventuell auch bei der Bild der Frau.


Warum nimmst Du nicht einfach etwas Pathos aus Deinen Gedanken, machst mal in den Semesterferien ein Praktikum bei ner Lokalzeitung oder nem Lokalstudio der Dritten Programme und versuchst, herauszufinden, ob das denn nun eine Möglichkeit für Dich ist.

Es werden ja so einige Journalisten-Gurus wie Wolf Schneider zitiert, die der Meinung sind, dass Journalisten alles studieren sollten, nur nicht Journalismus und Kommunikationswissenschaften. Insofern wärest Du da ja auf der Sicheren Seite.

Ansonsten, einen recht guten Einblick gibt dir das Handbuch des Journalisten, von eben dem Wolf Schneider.
Chinaski ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.02.2012, 22:42   #10
NeuMainzer
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Standard AW: Journalist sein ist nicht schwer, Journalist werden dagegen sehr. - Menschliche Schicksale

Entschuldigt wenn das etwas abseits des Themas ist, aber: Dass man auf keinen Fall Journalismus studieren sollte, stimmt nicht mehr unbedingt.

Walther von La Roche schreibt in seiner "Einführung in den praktischen Journalismus": "Es gibt immer mehr Journalistik-Studiengänge. Und das ist durchaus sinnvoll, weil akademische Journalistenausbildung dazu beiträgt, den Beruf zu professionalisieren. (...) Ich rate deshalb, sich schon im Studium mit Medienentwicklung und Journalismus wissenschaftlich fundiert und reflektiert zu beschäftigen."

Von La Roche ist nicht der einzige, der die Lage so einschätzt: "Immer mehr schaffen den Sprung in den Journalismus über das Studium des Journalismus, weil immer mehr Chefredakteure und Verleger dem Volontariat misstrauen." (Aus dem "Neuen Handbuch des Journalismus" von Paul-Josef Raue - und Wolf Schneider.)
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