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Alt 03.08.2016, 00:06   #1
daniela71
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Registriert seit: 02.08.2016
Beiträge: 1
Renommee-Modifikator: 0 daniela71 wird positiv eingeschätzt
Daumen runter Böse reingefallen - muss wohl vors Amtsgericht

Hallo,

mit geht es gerade gar nicht gut, denn ich habe ein Riesen-Problem. Als freie Journalistin habe ich vor zwei Monaten das Angebot einer Literaturagentur angenommen, für sie aus dem Französischen zu übersetzen, für ein Buch-Projekt. Ich habe angeboten, insgesamt 13,5 große Seiten für 150 Euro zu übersetzen - natürlich lächerlich wenig. Die Übersetzung habe ich dann auf Sylt im Urlaub gemacht, hatte erst gar kein Internet, dann nur in der Touri-Info unter sehr schlechten Bedingungen.
Entsprechend mies ist die Übersetzung geworden. Der Russe, dem das sehr renommierte Lektorat gehört, hat sich - nach einer extrem freundlichen Konversation per Email zuvor - wieder gemeldet. Natürlich hat er keinen Cent gezahlt. Statt dessen hat er 900 Euro "Vertragsstrafe" von mir gefordert, weil die Übersetzung nicht gut war und er (angeblich) den Kunden verloren hat. Ich habe mich natürlich geweigert, mir eine Anwältin von verdi genommen, aber das hat auch nichts gebracht. Jetzt hat er mir vor ein paar Tagen eine Mahnung vom Amtsgericht geschickt, darin die Forderung willkürlich auf 1.538 Euro plus 8% Zinsen erhöht, so dass die Summe jeden Tag mehr wird.
Formal hat er alles richtig gemacht, und in seinen willkürlichen AGBs hat er sich solch ein drastisches Vorgehen selbst genehmigt. Meine Anwältin meint, das darf der. Jetzt bin ich ziemlich am Ende: Entweder ich streite mit dem vor Gericht, oder ich zahle diese Horrorsumme, die dieser Mann - darf ich dem seinen Namen eigentlich nennen? - völlig aus der Luft gegriffen hat. Ich habe den Eindruck, der will mich kalt lächelnd völlig fertig machen, und das schafft er. Sogar, wenn es bei dem Prozess zu einem Vergleich kommt, wird er immer noch einen sehr hohen Betrag von mir bekommen, deswegen hat er die 900 Euro auch gleich noch um 600 Euro erhöht und mir das kurz vorher per Email angekündigt. Was würdet Ihr tun, diese Phantasiesumme plus die Wucherzinsen zahlen oder vor Gericht gehen? Dass er diesen Weg einschlagen wird, steht auch gleich in dem Bescheid vom Amtsgericht. Ein paar aufbauende Worte wären auch sehr lieb. Ich weiß nicht, wie ich mich sonst gegen den wehren soll, kann man da als Journalist was publik machen und wie?

Viele Grüße,
Daniela71
daniela71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2016, 12:54   #2
philippezimmermann
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Renommee-Modifikator: 0 philippezimmermann wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Böse reingefallen - muss wohl vors Amtsgericht

Ich frage mal ganz naiv: Was stand denn in dem ursprünglichen Vertrag?
Und was wurde mittlerweile aus der Sache?
__________________
Das erste Gebot: Dokumentation ist wichtig.
philippezimmermann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2016, 15:19   #3
HannahMe
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Benutzerbild von HannahMe
 
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Renommee-Modifikator: 2 HannahMe wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Böse reingefallen - muss wohl vors Amtsgericht

Hallo Daniela,

das klingt ja übel. War denn die Übersetzung wirklich sooo schlecht? Und ebenso wie philippezimmermann würde mich interessieren, was genau denn die Vertragsbedingungen waren. Bist du jetzt vor Gericht gezogen?

VG Hannah
HannahMe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.11.2016, 12:00   #4
pyterchen
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Renommee-Modifikator: 1 pyterchen wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Böse reingefallen - muss wohl vors Amtsgericht

Ich glaube, wir werden es nie erfahren, wie die Sache ausgegangen ist.
pyterchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2017, 08:43   #5
Presseausweis
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Renommee-Modifikator: 1 Presseausweis wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Böse reingefallen - muss wohl vors Amtsgericht

Gibts was neues dazu?
Presseausweis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2017, 18:26   #6
sauerland-tv
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Registriert seit: 02.03.2017
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Renommee-Modifikator: 0 sauerland-tv wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Böse reingefallen - muss wohl vors Amtsgericht

Mich würde mal interessieren, was von der besagten Anwältin zu halten ist.

Zum einen kann man in seine AGBs viel reinschreiben, aber grundsätzlich gelten erstmal die AGB des Auftragnehmers. Und wenn der keine hat, gilt das BGB. Konventionalstrafen sind eher eine Sache des Handelsrecht und müssen explizit von beiden Seiten vereinbart werden. Ich kann die Kollegin jedenfalls beruhigen, denn:

1. Es handelt sich um eine Dienstleistung, also gilt schonmal per se, daß kein Ergebnis, sondern Bemühen geschuldet ist.

(Anm.: Das ist natürlich kein Freibrief, wenn einem fachliche Fehler nachgewiesen werden, ist man auch reif. Nur ist das schwerer nachzuprüfen!)

2. Der Kläger muss auch erstmal nachweisen, dass die Übersetzung wirklich so schlecht ist.

3. Dann muss er nachweisen, daß er bei einem Dumpingpreis überhaupt eine brauchbare Leistung hätte erwarten können.

4. Dann muss er beweisen, daß der Kunde wirklich wegen diese Sache abgesprungen ist.

5. Und wenn er damit durch ist, muss er seinen Schadensersatzanspruch noch in der Höhe beweisen.

Vor deutschen Gerichten scheitern Schadenersatzansprüche sehr oft am Punkt 5. Selbst wenn der Richter dem Kläger aufgund der plausiblen Schilderung glaubt, daß die Sache stimmt und wohl ein Schaden X entstanden ist... die Schadenshöhe in so einer Sache lässt sich in den seltensten Fällen beziffern. Und damit ist die Angelegenheit durch!

Geändert von sauerland-tv (02.03.2017 um 19:03 Uhr).
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