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Journalistische Kriegsvorbereitungen
Die US-Militärs bereiten sich auf einen möglichen Einsatz irakischer ABC-Waffen vor. Auch Simon Young hat an einem Kurs der Bundeswehr teilgenommen, aber nicht als Soldat, sondern als möglicher DW-TV-Reporter im Irak.
"Haben Sie jetzt das Gefühl, dass Sie im Ernstfall eine Chance hätten?" Mit dieser Frage fixierte mich der Kommandeur der ABC-und Selbstschutzschule der Bundeswehr in Sonthofen. Dort wurde ich vor einigen Wochen, wie viele andere Reporter in den vergangenen Monaten, über die besonderen Risiken der sogenannten Massenvernichtungswaffen informiert. Uns allen, die sich vielleicht schon bald in den Irak aufmachen, wurde gezeigt, wie gering die Überlebenschancen sind, wenn man zum Beispiel mit VX in direkten Kontakt kommt. Der Weg von Bagdad zur notwendigen medizinischen Behandlung wäre wahrscheinlich einfach zu weit. Ich überlegte daher noch kurz meine Antwort.
Hat der Irak biologische Waffen?
Eines der Hauptprobleme für Journalisten, die versuchen wollen, über den wahrscheinlichen Krieg im Irak zu berichten, besteht darin, dass genau jene Massenvernichtungswaffen, um die es - jedenfalls nach den Politikern - eigentlich geht, eingesetzt werden könnten. Wenn Saddam Hussein über einsatzfähige chemische - möglicherweise auch biologische - Waffen verfügt, könnte er nach Experteneinschätzung diese auch benutzen, mit welchem vermeintlichen Ziel auch immer. Das wenigstens würde die Debatte "Hat er die Waffen oder hat er sie nicht?" beenden.
Wie viel Vorbereitung - geistige wie auch materielle - bedarf es, um die Sicherheit von Journalisten weitgehend zu gewährleisten? Die Deutsche Welle, wie viele andere Medienorganisationen, geht davon aus, dass das Risiko zu bewältigen ist. Chemische Schutzanzüge aus Tyvek - einem reißfesten, undurchlässigen Material - wurden an das Reporterteam verteilt. Da wurde mir plötzlich bewusst, was es bedeuten würde, mit einem solchen Angriff konfrontiert zu sein.
Die Gasmaske fühlt sich nie richtig passend an Die Anzüge sind in grellem Gelb, so dass man mich nicht mit einem Soldaten verwechseln soll. Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass niemand bewusst auf westliche Journalisten zielt. Ich bin mir nicht absolut sicher, dass ich das Ding schnell genug anziehen und abdichten könnte. Und die Gasmaske fühlt sich nie absolut richtig passend an. Ein Kollege, der gerade aus Bagdad zurückgekehrt ist, sagt sowieso voraus, dass im Notfall jeder, der eine funktionierende Schutzmaske hat, von den Einheimischen überfallen werde! Derart wirre Szenarien liefen mir durch den Kopf, als ich nach einer Antwort auf die Frage des Bundeswehr-Offiziers suchte.
Ich - als Brite - habe nie Wehrdienst geleistet. Nicht mal eine militärische Grundausbildung habe ich, geschweige denn irgendetwas mit Krieg zu tun gehabt. Krieg löst bei mir gewiss keinen positiven Reiz aus. Aber im Rahmen unserer Möglichkeiten, können und sollten wir über den Krieg und die Folgen berichten.
Habe ich eine Chance? "Ja, ich glaube schon" sagte ich dem Oberstleutnant. Unwillkürlich suchte ich in seine Augen nach einer Bestätigung. Aber er schaute mich nur an und sagte nichts.
Simon Young
CNN im Krieg mit unbequemen Wahrheiten
Werner Schmitz ist Redakteur bei einer Nachrichtenagentur |
Durch Verdrehungen, falsche Akzentsetzungen und Weglassen von Informationen schafft sich CNN seine eigene Version des Irak-Kriegs.
Im Krieg wie im Journalismus werden Fehler gemacht. Das ist bedauerlich, aber kaum... mehr...
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