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Inflationsexperte Brachinger: Preissteigerung trifft Familien überdurchschnittlich stark

[2008-04-30]

   Köln (ots) - Was Eltern spätestens am Ende des Monats schon immer 
gespürt haben, hat nun der Schweizer Inflationsexperte Prof. Hans
Wolfgang Brachinger exklusiv für das ARD-Talkmagazin "Hart aber fair"
wissenschaftlich nachgewiesen: Die Inflation trifft Familien mit
mehreren Kindern wesentlich stärker als Kinderlose. Lag die
durchschnittliche Inflation in den letzten Monaten bei rund drei
Prozent, so leiden Mehrkinderfamilien unter Preissteigerungen von bis
zu fünf Prozent.

Brachinger und sein Team vom Forschungszentrum für
Wirtschaftsstatistik der Schweizer Universität Fribourg haben im
Auftrag der ARD-Sendung das Einkaufsverhalten von deutschen Familien
analysiert und festgestellt, dass diese in drei besonders von der
Inflation betroffenen Bereichen mehr Geld ausgeben als Kinderlose.

So investieren Familien deutlich mehr in Bildung als Kinderlose.
Die Einführung von Studiengebühren, aber auch generell die Kosten für
Schulmaterialien, Nachhilfe und andere Investitionen in die
Ausbildung der Kinder hat die Kosten in diesem Bereich explodieren
lassen. Das Statistische Bundesamt weist für den Bereich Bildung in
Deutschland eine Preissteigerung von 35 Prozent aus.

Beispiel Nahrungsmittel: Der Durchschnittshaushalt gibt dafür rund
zehn Prozent seines Haushaltseinkommens aus, ein Haushalt mit
mehreren Kindern aber bis zu 18 Prozent. Die Teuerung bei
Nahrungsmitteln liegt derzeit bei 8,2 Prozent und schlägt so bei den
Familien deutlich stärker zu Buche.

Beispiel Verkehr: Für diesen großen Posten geben
Durchschnittshaushalte etwa 13 Prozent des Haushaltseinkommens aus.
Die Erwachsenen in Mehrkindfamilien müssen dagegen bis zu 17 Prozent
für Benzin, Auto und öffentliche Verkehrsmittel aufwenden. Deshalb
trifft sie die überdurchschnittliche Inflationsrate von 4,6 Prozent
im Bereich Verkehr ebenfalls besonders stark.

Aus diesen Besonderheiten schließt Professor Brachinger am
Beispiel einer Familie mit durchschnittlichem Einkommen und drei
Kindern, dass sich für diese die Inflation beschleunigt: "Familien
werden nach der Geburt eines Kindes ihr Konsumniveau immer weiter
einschränken müssen". Weil das Pro-Kopf-Nettoeinkommen trotz
zusätzlichen Kindergeldes mit steigender Kinderzahl sinkt, müssen
Familien für Einkäufe des täglichen Bedarfs einen immer größeren Teil
ihres Einkommens ausgeben. Gerade bei Gütern des täglichen Bedarfs
aber steigen die Preise besonders stark.

"Hart aber fair" mit Frank Plasberg - heute Abend, 21.45 - 23.00
Uhr im Ersten zu dem Thema "Familie ist da, wo das Geld fehlt: Kinder
als Armutsrisiko", zu Gast u.a. der stellvertretende Fraktionschef
der Union Wolfgang Bosbach und Silvana Koch-Mehrin, FDP-Vorsitzende
im Europaparlament.

Originaltext: WDR Westdeutscher Rundfunk
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/7899
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_7899.rss2

Pressekontakt:
WDR-Pressestelle, Kristina Bausch
Tel. 0221 220 4607
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