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ARD-Sportschau: Freiburger Sportärzte - In zwei Jahren 330 000 Euro extra - In den Jahren 2006 und 2007 zusätzliche Zahlungen vereinbart

[2008-05-04]

   Köln (ots) - In den Jahren 2006 und 2007 sollten vier Ärzte der 
Freiburger Universitätsklinik mit Extra-Zahlungen für die
sportmedizinische Betreuung des Teams Telekom und Team T-Mobile
bedacht werden. Das geht aus entsprechenden Verträgen zwischen der
Olaf Ludwig Cycling GmbH und der Neuer Strassen Sport GmbH des
Amerikaners Bob Stapleton mit den Medizinern und weiteren Unterlagen
hervor.

Nach Informationen der ARD-Sportschau, der die Verträge und
Unterlagen vorliegen, waren für Dr. Stefan Vogt, der die Fahrer des
T-Mobile Teams mehrfach bei der Tour de France betreut hat, im Jahr
2007 allein 72 000 Euro vorgesehen. Das geht aus einem Vertrag
Sporzwischen Vogt und der Neuer Strassen Sport GmbH (NSSG) hervor.
Die NSSG teilte in einer Stellungnahme mit, dass sie nicht davon
ausgehe, "dass die für das Team im Jahr 2007 tätig gewesenen Ärzte
der sportmedizinischen Abteilung der Universität Freiburg ihre
systematischen Dopingaktivitäten auch noch im Jahr 2007 mit Sportlern
des von ihr unterhaltenen Team T-Mobile fortgesetzt haben".
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Ärzte, "ggf.
bis in das Jahr 2006 hinein in systematisches Doping" verwickelt
gewesen zu sein, sei die Zusammenarbeit beendet worden, heißt es
weiter in der Stellungnahme, Bob Stapleton sei "rigoros gegen Doping
vorgangen" und werde dies auch weiterhin tun.

Auch für drei weitere Freiburger Ärzte, die das Team T-Mobile im
Jahr 2006 ärztlich betreut haben, liegen der Sportschau-Redaktion
Dokumente vor, die eine zusätzlich Vergütung nahe legen. In einem
vorläufigen Haushaltsplan der Olaf Ludwig GmbH für das Jahr 2006 sind
neben der Summe von 120 000 Euro für die Universität Freiburg für die
offizielle medizinische Betreuung des Team Telekom Extra-Zahlungen an
einzelne Ärzte von 138 000 Euro angegeben. Danach sollte Dr. Lothar
Heinrich 60 000 Euro, Prof. Dr. Andreas Schmid 25 000 Euro, Dr.
Andreas Blum 23 000 Euro und Dr. Stefan Vogt 30 000 Euro erhalten.

Nach Ansicht der Universität Freiburg und der Staatsanwaltschaft
Freiburg soll es sich dabei um vorgesehene Zahlungen für nicht
genehmigte Nebentätigkeiten der Ärzte handeln. Die ehemaligen
Sportärzte der Uni Freiburg wollten sich weder zu dem Inhalt der
jetzt bekannt gewordenen Verträge noch zu den vorgesehenen Zahlungen
äußern. Ebensowenig die Olaf Ludwig Cycling GmbH.

Gegenüber der ARD erklärte der Freiburger Oberstaatsanwalt
Wolfgang Maier, dass es sich, "wenn ich das summarisch sagen darf, um
keine kleinen Beträge" handelt. Maier weiter: "Nach dem derzeitigen
Stand der Ermittlungen sind neben den vertraglich mit der Uni
geschlossenen Vergütungen zusätzlich weitere Zahlungen direkt an
diese Personen erfolgt." Bereits bei der Vorstellung des
Zwischenberichts der Untersuchungskommission zur Aufklärung der
Vorgänge an der Freiburger Sportmedizin waren Extra-Zahlungen von 60
000 Euro (2006) und 120 000 (2007) an den Arzt Dr. Lothar Heinrich
bekannt geworden.

Originaltext: WDR Westdeutscher Rundfunk
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/7899
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_7899.rss2

Pressekontakt:
Ulrich Loke, Sportschau-Redaktion WDR, Telefon 0172 - 259 9161
Annette Metzinger, WDR-Pressestelle, Telefon 0172 - 253 7961
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