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"Das Internet gehört allen" - Doch wie weit darf das Engagement der Öffentlich-Rechtlichen gehen?

[2008-05-07]

   Leipzig (ots) - Jahrelang haben Verleger mit ARD und ZDF über die 
Gestaltung öffentlich-rechtlicher Online-Portale gestritten. Nun
wagen im Westen WDR und WAZ eine Kooperation. Und dennoch schwelt der
Konflikt weiter, wie ARD-Intendant Fritz Raff und Helmut Heinen,
Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, in einer
Diskussion über die Zukunft der digitalen Welt beim Medientreffpunkt
Mitteldeutschland am Dienstag bewiesen.

"Das Internet ist mehr als ein Verbreitungsweg, es hat
maßgeblichen Einfluss auf das Nutzerverhalten", sagte Raff. Der User
könne nicht nur ein lineares Programm abrufen, sondern
Zusatzinformationen recherchieren. Und genau in diesem Mehrwert sah
Heinen für seine Verbandsmitglieder das Problem. Er fürchtet, dass
ARD und ZDF einen nicht unerheblichen Teil der Gebührengelder
verwenden, um ihre Onlineauftritte auszubauen - und so
privatwirtschaftlich getragenen Zeitungen und Zeitschriften
Konkurrenz machen. "Das würde einen wesentlichen Eingriff
darstellen", so Heinen.

"Wir sind kein Störenfried, sondern ein Teil der
Vielfaltsicherung", entgegnete Raff. Beim derzeitigen finanziellen
Aufwand von einer Wettbewerbsverzerrung zu sprechen, halte er für
unangebracht. In der laufenden Gebührenperiode darf die ARD maximal
0,75 Prozent ihres Budgets für Onlineaktivitäten aufwenden, was
"deutlich unter 50 Millionen Euro" entspricht. Auch mittel- und
langfristig könnte der Anteil Raff zufolge nur durch interne
Umschichtungen steigen. Eine Obergrenze wollte er nicht nennen. "Ich
bin aber offen, notfalls über eine Deckelung zu reden", sagte er.

Von einer "Verlängerung des Printmediums ins Internet" zu
sprechen, hält Raff schon allein systemtheoretisch für unzutreffend.
"Das Internet gehört allen", lautete sein Credo. "Wir werden nur eine
Chance haben, wenn wir unsere Stärken ausspielen, und die liegen bei
Video- und Audiobeiträgen", sagte er. Textbegleitende Elemente
schloss er jedoch nicht aus. Die jüngst besiegelte Kooperation
zwischen WDR und WAZ ist in seinen Augen sinnvoll, da beide Nutzen
daraus zögen. Das von einer ARD-Anstalt produzierter Content in
journalismusferne Angebote integriert werden könnte, schloss er
kategorisch aus. "Wir stehen nicht als Werberahmenprogramm für
Verkaufsveranstaltungen zur Verfügung", meinte Raff.

Originaltext: Medientreffpunkt Mitteldeutschland
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58100
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_58100.rss2

Pressekontakt:
Thomas Köhler
Tel. 0170 - 1759594
Email: koehler@s-wok.de
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