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Presserabatte - kritisch betrachtet

Darf ich als Journalist überhaupt Presserabatte annehmen?

Autor: Peter Diesler

Anstelle eines Grundlagen-Artikels vorerst eine unsortierte Zusammenstellung kritischer Quellen zum Thema Journalisten-Rabatt:


Unsere Position:
In unserem Diskussionsforum zum Thema Presserabatt fordern viele Journalisten, das Forum vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen (Passwort). Hier ein Beitrag von mir, der einiges über unsere Position zum Thema Presserabatt verrät:

RE: Vorschlag: Passwortschutz für Forumszugang
Autor: Peter Diesler (Moderator) (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   24.02.01 19:40

Als Administrator erlaube ich mir kurz zu erklären, daß wir KEINEN Passwortschutz machen wollen.

Und zwar aus inhaltlichen Gründen, nicht aus technischen. Ich bin der Meinung, daß alle Welt wissen soll wie es bei Journalisten zugeht.

Das mag für manchen peinlich sein, aber es ist die Realität. Wir können nicht von Politikern verlangen, daß Sie uns Ihre Einkünfte offenlegen, wenn wir selber uns vor der Öffentlichkeit verstecken wollen.

Insofern dient das Presserabatt-Forum zwei Funktionen - es fördert den Austausch und ermöglicht auch den Kollegen Zugang zu Insider-Vergünstigungen, die sie andernfalls vielleicht nicht haben.

Anderseits dient dieses Forum dazu, uns unsere Schlampigkeiten im Umgang mit Rabatten bewußt zu machen.

Ob man das Dialektik nennt, weiß ich nicht, jedenfalls soll jeder lesen was hier passiert. Damit sollten wir uns auseinandersetzen und es nicht verstecken.

Gruß
Peter Diesler (Moderator)
www.journalismus.com

Einführung ins Thema:
Eine der besten Einführungen in das Thema ist der lesenswerte Beitrag "Käufliche Sparfüchse" von  Alexander von Streit, erschienen im Journalist:
"Doch die Schnäppchenjagd mit dem Presseausweis professionalisiert sich zunehmend. Wurden Rabatte und Ansprechpartner noch vor Jahren meist hinter vorgehaltener Hand als Kollegentipp weitergegeben, greifen journalistische Sparfüchse mittlerweile auf die wachsende Zahl entsprechender Schnäppchenführer zurück."


Presseausweis und Rabatte:
"Besserer Mensch mit Presseausweis?" fragt sich Hans-Gerhard Maiwald in seiner lesenswerten Abhandlung zum Thema Presseausweis. Denn "Presseausweise sind ein bekanntes Instrument für Journalisten, die in erster Linie zur Erleichterung deren Arbeit dienen sollen oder können. Andererseits können (müssen aber nicht!) Inhaber/innen eines Presseausweises - häufig auch kurz "PA" genannt - eine Reihe an Vergünstigungen erhalten. Es gibt verschiedene Institutionen und Dienste, die diese so genannten "Presserabatte" tatsächlich gewähren oder gewähren können."


Was sagt der Pressekodex?
Die wichtigste Quelle ist sicherlich der Pressekodex, herausgegeben vom Deutschen Presserat. Auch wenn landläufig die Auffassung vertreten wird, der Presserat verbiete es Journalisten Rabatte anzunehmen, ist dies bei genauem Lesen nicht der Fall. Dort heißt es:

Ziffer 15
Die Annahme und Gewährung von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.
(Hervorhebungen durch den Autor)

Satz 1 sagt: Es ist nicht grundsätzlich verboten Vorteile zu nutzen. Jedoch muss man strikt darauf achten, dass diese Vergünstigungen nicht die journalistische Entscheidung beeinflussen.

In der dazugehörigen Richtlinie des Presserates heißt es:

Richtlinie 15.1 - Einladungen und Geschenke
Die Gefahr einer Beeinträchtigung der Entscheidungsfreiheit von Verlagen und Redaktionen sowie der unabhängigen Urteilsbildung der Journalisten besteht, wenn Redakteure und redaktionelle Mitarbeiter Einladungen oder Geschenke annehmen,
deren Wert das im gesellschaftlichen Verkehr übliche und im Rahmen der beruflichen Tätigkeit notwendige Maß übersteigt. Schon der Anschein, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion könne durch Gewährung von Einladungen oder Geschenken beeinträchtigt werden, ist zu vermeiden.

Geschenke sind wirtschaftliche und ideelle Vergünstigungen jeder Art. Die Annahme von Werbeartikeln zum täglichen Gebrauch oder sonstiger geringwertiger Gegenstände zu traditionellen Gelegenheiten ist unbedenklich.

Recherche und Berichterstattung dürfen durch die Vergabe oder Annahme von Geschenken, Rabatten oder Einladungen nicht beeinflusst, behindert oder gar verhindert werden. Verlage und Journalisten sollten darauf bestehen, dass Informationen unabhängig von der Annahme eines Geschenks oder einer Einladung gegeben werden.
(Hervorhebungen durch den Autor)

Auch hier lese ich: (letzter Absatz): Rabatte und Einladungen (=Pressereisen) sind dann erlaubt, wenn die Recherche und Berichterstattung nicht beeinflusst wird.


Über eine angeregte Diskussion in unserer nachstehenden Kommentar-Liste würde ich mich freuen.
 

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Praktischer Journalismus Bd. 74
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