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Alt 22.03.2004, 12:36   #8
unbekannter User (Gast)
 
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

Kannst Du dir das nicht denken?

Aus meiner Sicht ist das klar erkennbar: Es ist nicht im Interesse der Mehrheitsmeinungsverwalter bei diesem Thema! Allenfalls Güne Politiker liebäugeln mal kurz vor den Wahlen vielversprechend aber unverbindlich mit dieser nicht ganz geringen Randgruppe, um vielleicht doch auch dort noch ein paar Wahlstimmen rauszuleiern, aber spätestens nach der Wahl ist dann alles vergessen. Alle anderen in der Politik, aber auch in den Kirchen oder der medizinisch-pharmazeuthischen Industrie haben ganz spezifische Interessen an einer Prohibitions- und Repressionssituation bei Hanf. Positive Berichte stören da nur. Untersuchungen, die keine Beeinträchtigung beim Führen von KFZ im Strassenverkehr feststellen konnten, werden eben nicht veröffentlicht. Dafür kommen irgendwelche Mediziner oder sonstige Sachverständige zu Wort, die aus Ihrer Sicht, Kenntnis und Erfahrung die Möglichkeit von Gefährdung hier nicht ausschliessen wollen und dafür auch Anhaltspunkte finden. Auch und gerade in dieser Spezies gab und gibt es in Deutschland immer schon Mitglieder, die anhand Ihren Untersuchungen bestimmter Verhaltensweisen von Randgruppen Merkmale und Anzeichen feststellen konnten, die der Volksgesundheit abträglich sein könnten, und dem Gesetzgeber gerne eine wissenschaftliche Legitimation für juristische Eingriffe ausstellen. Es ist schwer, andere Ansichten zu vertreten, da z.B. jemand, der von sich 25 jährigen gelegentlichen Cannabiskonsum behaupten kann und sich dabei bis heute bester Gesundheit erfreuet, womöglich noch ein zufriedenes Familienleben und wohlgeratene Kinder hat, Gefahr läuft, diskriminiert und sanktioniert (z.B. Fahrerlaubnis) zu werden, wenn er glaubt er dürfe sich outen, um einen Beitrag zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion zu leisten.

Allenfalls Kranke dürfen das, mit dem Hinweis darauf, daß sie Cannabis als Medikament dringend benötigen. Aber nur bei schweren Krankheitsbildern, es sollte keiner glauben hier mit der Behauptung von Prophylaxe oder immunsystemstimulierender Wirkung schon eine medizinische Legitimation für sein abweichendes Verhalten, was weiterhin als Straftat wie Diebstahl, Betrug oder Körperverletzung von staatlicher Seite aus betrachtet wird, zu haben.

Natürlich stehen dabei auch wirtschaftliche Interessen großer Pharmakonzerne dahinter. Denn sollte Cannabis wirklich therapeutische oder sogar immunstimmulierende Wirkung haben, dann wäre dieses patentfreie Produkt, das praktisch auf jedem Balkon bei entsprechender Pflege gedeiht eine ernsthafte Konkurrenz. Und ihre Interessen konnte diese Lobby immer schon den Politikern nahebringen, die Sorge für die Volksgesundheit zu tragen haben. Dabei sollte nun aber nicht voreilig der Schluß gezogen werden, daß Länder wie die Schweiz oder die Niederlande weniger Interesse am Wohl ihrer Bürger haben, nur weil sie Cannabis liberaler handhaben. So hat die Schweiz auch heute noch im Falle nuklearer Katastrophen für ca. 80% ihrer Bürger Schutzbunker, in Deutschland kommen gerade mal so ca. 2-3% in den Genuß eines solchen Schutzes, wenn man allgemeinen Berichten zu diesem Thema Glauben schenken darf.

Natürlich kann man auch sagen "Das Thema interessiert doch ausser dieser Randgruppe sowieso keinen", warum dann also darüber berichten, wieso sich damit beschäftigen, wenn man selbst lieber Bier trinkt oder Marlboro raucht. Mit dieser Haltung spart man sich Ärger und vermeidet Schadstellen im Karriereverlauf. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich als kritischer Denker und Warner vor mißbräuchlicher Anwendung staatlicher Macht in einem sogenannten freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat zu offenbaren, die erstens auf allgemeinere Kenntnis und Zustimmung trifft, und zweitens weit weniger riskant für den ist, der es tut.

Warum sollte man also über so etwas berichten?

Na, also.
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